Sophie-Scholl-Gymnasium Itzehoe bietet Instrumental-Schnupperstunden im Offenen Ganztag an.

Klavier wäre toll. Gitarre? Auch nicht schlecht. Und Geige? Die klingt besonders schön. Oder doch das Cello, von dem die beste Freundin immer wieder schwärmt. Wer nicht sicher ist, welches Instrument zu ihm passt, ist in einem der Schnupperkurse am Sophie-Scholl-Gymnasium richtig.
„Derzeit laufen trotz Corona bei uns drei Kurse für Geige und Cello in der Offenen Ganztagsschule mit insgesamt zehn Teilnehmern“, sagt Sandra Buschmann, Leiterin des SSG-Orchesters. Auch Fünftklässlerin Maja ist dabei: „Ich habe das Cello mal im Fernsehen gesehen – mir hat es gefallen, deshalb möchte ich es spielen können.“ Der Klang und das Aussehen des Instruments beeindruckten auch ihren Mitschüler Marten: „Meine Schwester kann Klavier spielen, ich möchte lieber Cello lernen.“

Schüler lernen von Schülern

Dafür stehen den Fünftklässlern ältere Gymnasiasten als Lehrer zur Verfügung. „Schüler lernen von Schülern“ nennt Buschmann das auf Freiwilligkeit basierende Konzept. Ein Grund dafür, dass es funktioniere: Die Schule stelle die Instrumente für eine sehr niedrige Miete bereit.
Wie wertvoll dieser Kleingruppenunterricht ist, bestätigen Anna-Lena Martschinke (22) und Isabel Gruetzmacher (23). Die beiden Itzehoerinnen studieren in Flensburg unter anderem Musik auf Lehramt und machen derzeit ein Praktikum am SSG. Sie sind begeistert von der niedrigschwelligen Möglichkeit, ein Instrument kennenzulernen, ohne dass es die Eltern viel kostet: „Was das SSG den Schülern anbietet, ist sehr wertvoll“, sagt Martschinke. Außerdem habe sie die geduldige persönliche Betreuung durch die Neunt- und Elftklässler Pia (14), Marvel (17) und Sofie (16) beeindruckt.
Isabel Gruetzmacher kommt all das noch sehr bekannt vor. „Ich bin selbst hier zur Schule gegangen und gehöre noch heute den Ensembles an.“ Ziel der Schnupperkurse sei es, dass die Fünft- und Sechstklässler zunächst das Instrument kennenlernen und im besten Fall spielen können. „Ist das erreicht, besteht sogar die Möglichkeit, dass sie später in einem unserer vier Instrumentalensembles mitspielen“, hofft Buschmann auf weitere Nachwuchsmusiker. Keinesfalls wolle sie mit dem Schnupperkurs Musikschulen Konkurrenz machen: „Wer will, kann sein Können in der Musikschule noch weiter vertiefen.“
Derzeit plant Buschmann den Aufbau einer Orchesterklasse mit Schülern aus der fünften und sechsten Klasse. Dabei sollen Streich- und Blasinstrumente zum Einsatz kommen. Anders als in den Schnupperkursen werde für die Eltern ein Monatsbeitrag fällig, so Buschmann. Der Grund: „Den Kindern und Jugendlichen wird dafür nicht nur ein besonders hochwertiges Instrument zur Verfügung gestellt, auch die Ausbildung dieser Orchesterklasse soll einmal wöchentlich durch ausgebildete Dozenten erfolgen.“

Weitere Infos im Schulsekretariat, Tel. 04821/75021, oder per Mail an sandra.buschmann-iz@kfkb-sh.de.

(Kristina Mehlert, Norddeutsche Rundschau vom 24. März 2020)