Herzlich Willkommen am Sophie Scholl Gymnasium Itzehoe
"Wir feiern geglückte Geschichte"
"Wir feiern geglückte Geschichte"

Abiturientin Katharina Kentsch stellt die Projektarbeit von SSG-Schülern vor. 

60 Jahre Bundesrepublik, der Mauerfall vor 20 Jahren und aktuelle Konjunkturprogramme standen im Mittelpunkt des Kreis-Neujahresempfangs.

Für Kreispräsident Hans-Friedrich Tiemann sind es die herausragenden Daten der jüngeren deutschen Geschichte: Vor 60 Jahren wurde die Bundesrepublik gegründet, vor 20 Jahren fiel die Mauer. „Das ist geglückte Geschichte“, schwärmte der Christdemokrat und stellte diese beiden Themen denn auch in den Mittelpunkt des traditionellen Neujahrsempfangs, den der Kreis im Wechsel mit der Stadt Itzehoe ausrichtet. Zum Kreisempfang kamen rund 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ins Pädagogische Zentrum. Dort sprach Tiemann angesichts des Umstands, dass Deutschland heute „von freien Nachbarn umgeben ist, von einem „historischen Glückszustand“. Um die Bedeutung von Geschichte für die Generationen deutlich zu machen, zitierte er den Schriftsteller Golo Mann: „Wer Vergangenheit nicht kennt, bekommt die Zukunft nicht in den Griff.“  

 

Für Tiemann war dieser Hinweis zugleich Übergang zu den Hauptdarstellern des Abends: Schüler aus zwei Leistungskursen Geschichte der Abiturjahrgänge 2009 und 2010 hatten sich die Jahre 1949 und 1989 vorgeknöpft, recherchiert, diskutiert, Material zusammengestellt, aber auch Zeitzeugen aus Itzehoe und Umgebung befragt. „Ein geteiltes Deutschland ist für uns unvorstellbar“, fasste Katharina Kentsch die Ergebnisse aus einer Epoche zusammen, die für sie und ihre Mitschüler – im Unterschied zu den meisten Zuhörern – Geschichte sind. Malte Kölling warf dabei auch einen kurzen Blick über die einstige Mauer und wie sich die Menschen dort wohl gefühlt hatten oder fühlen sollten: „Alle waren versorgt, es gab sogar so etwas wie Vollbeschäftigung, und der Klassenfeind war weit weg.“ Noch interessanter als die deutsche Nachkriegsgeschichte findet Sophie Meinke übrigens das Dritte Reich: „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie Menschen so gemein sein konnten“, begründet die 16-Jährige. 

Die Schüler, das war auch in ihren Arbeiten erkennbar, konnten sich jedenfalls mit einem spannenden Kapitel Geschichte befassen. Das fanden auch ihre Lehrer, die von einem „emotional geladenen Unterrichtsstoff“ schwärmten. Jedenfalls könne man daraus viele gute Abiturthemen schöpfen. Hans-Friedrich Tiemann schlug mit dem Hinweis auf die finanziellen Schwerpunkte des Kreishaushaltes dann wieder den Bogen in die Gegenwart. 6,7 Millionen Euro an Förderung seien allein in den Kreis Steinburg geflossen. Von den Auswirkungen konnten sich die Empfangsgäste auf der Großbaustelle Sophie-Scholl-Gymnasium auch persönlich überzeugen. Allein 3,1 Millionen Euro werden dort in den Ausbau der Ganztagsschule gesteckt. Die Arbeiten gehen offenbar so schnell voran, dass es – wie Tiemann bedauerte – Verspätungen bei der Lieferung der Möblierung geben wird. Schulleiterin Angelika Hartmann ließ dennoch keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Einweihung trotzdem wie geplant am 3. Februar ganz groß gefeiert werden soll. In einigen Jahren können künftige Schülergenerationen sich dann in ihrer eigenen Mensa am praktischen Beispiel mit einem weiteren Geschichtskapitel befassen – der Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

(Norddeutsche Rundschau vom 14.01.2010, Volker Mehmel)