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Jung-Ingenieure helfen Fischen
Jung-Ingenieure helfen Fischen
 Sie machen Fische glücklich – 15 Schüler des Sophie-Scholl-Gymnasiums (SSG) haben sich als Ingenieure betätigt und eine Fischtreppe entworfen und modelliert.

„Lebensräume verbinden“ lautet das Ziel ihrer AG, die von dem Landesprogramm „lüttIng – Schüler-Technik-Akademie“ gefördert wird. Schüler der siebten und achten Klassen sind für ein Halbjahr in die Problematik am Mühlenbach bei Westermühlen „eingetaucht“. Der dortige Sohlabsturz, also die Stufe im Flüsschen, stellt für Fische und andere Wassserlebewesen eine unüberwindliche Barriere dar, so dass sie nicht mehr zu ihren Laichgründen zurückkehren oder in dem anderen Teil des Baches nach Futter suchen können. 

„Also haben wir eine Sohlgleite entworfen“, sagt Hendrik Koch (12). Und wie es sich bei einer Ausschreibung gehört, haben sich innerhalb der AG gleich vier Teams mit ihren Fischtreppen-Vorschlägen beworben. Auf einer Aluminiumplatte, mit Kaninchendraht, Pappmaché, Dichtschlemme und Lack wurden die maßstabsgetreuen Sohlgleit-Modelle erbaut, auf denen sogar Wasser fließen kann, um Strömungsverhältnisse und Ruhezonen vorzuführen.Während sich eine Gruppe der Riegelbauweise verschrieb, eine andere ganz auf Natursteine setzte, konnten die Sieger mit ihrer kombinierten Riegel- und Naturstein-Treppe punkten. „Hier wurden alle Gesichtspunkte berücksichtigt und auch die Randbereiche gut angepasst“, lobte Stefan Reese vom Ingenieurbüro Klütz & Kollegen. Dieses hat das Projekt der Schüler zusammen mit Stefan Witt vom Wasserverband Bekau begleitet und wird für die Kinder den Bau der echten Sohlgleite nach ihrem Modell offiziell beantragen.Sehr ernst und gewissenhaft seien die Schüler an ihre Aufgabe herangegangen, berichtet Ilka Hoffmann, stellvertretende Schulleiterin am SSG und Initiatorin der Schüler-Technik-Akademie an der Schule. Eifrig eigneten sich die Schüler den theoretischen Hintergrund über die Physik der Fließgeschwindigkeit bis hin zur Bauplanung an. Dabei halfen das Ingenieurbüro und zwei Vorlesungen an der Technischen Universität Hamburg, wo die Schüler einem Professor für Wasserbau Löcher in den Bauch fragten. „Es geht hier um was Größeres, der Etat darf nicht einfach so verplempert werden“, sagt Yannik Voß (14). 9000 Euro Förderung stehen für ein Jahr „lüttIng“ an der Schule bereit.Die Schüler werden ihr Projekt weiterverfolgen und voraussichtlich im Mai helfen, es am Mühlenbach in die Tat umzusetzen. Bis dahin wird weiter gelernt, dieses Mal über die Fische und Lebewesen im Bach – die zukünftigen Nutzer.

(Norddeutsche Rundschau vom 06.02.2010)