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Riesenstimmung bei Mathe und Pizza
Riesenstimmung bei Mathe und Pizza

Spaß stand im Vordergrund: „Lange Nacht der Mathematik“ begeistert Schüler und Lehrer an vier Itzehoer Schulen.

riesenstimmung

Die Köpfe rauchen, hier wird gerechnet, da werden Ergebnisse in den Computer eingegeben, plötzlich bricht der Jubel los: „Juhu, wir sind in der nächsten Runde!“. Alle Itzehoer Gymnasien und die Gemeinschaftsschule am Lehmwohld nahmen an der „Langen Nacht der Mathematik“ teil. In drei Runden mussten die Schüler der 5. bis 13. Klassen verschiedene Aufgaben lösen. Die ersten beiden Runden wurden gemeinschaftlich in den Jahrgängen gelöst, die letzte in vorher festgelegten Kleingruppen. Organisiert wurde die Mathenacht wie auch in den Vorjahren durch eine Initiative in Neumünster.

„Bisher waren wir immer froh, wenn wir es in die dritte Runde geschafft haben“, erklärte Werner Wassermann von der Fachschaft Mathematik der Kaiser-Karl-Schule. „Die Aufgaben sind wirklich knackig.“

Zu den 7. Klassen der Kaiser-Karl-Schule hatten sich drei Schüler der Gemeinschaftsschule Wilster gesellt und rechneten fleißig mit. In ihrer Schule gab es für die Mathenacht zu wenige Anmeldungen. „Es macht sehr viel Spaß“, sagte Tim Schmidt aus Wilster. „Das ist schwieriger als im Unterricht.“ Das bestätigte auch Julia Schmidtke aus der 7b der KKS: „Bei ein paar Aufgaben muss man viel denken.“

Unter den 85 Teilnehmern waren nur diejenigen, die auch im Unterricht überzeugen. „Wir haben nur die dabei, die Mathe können und auch Durchhaltevermögen haben“, sagte Wassermann. Die Ergebnisse fuhr er um 24 Uhr persönlich nach Neumünster.

Riesenstimmung herrschte an der Auguste-Viktoria-Schule. Hier durften alle Schüler teilnehmen, 160 nutzten die Gelegenheit. „Die Stimmung ist blendend. Wir kommen gleich in die nächste Runde“, erzählte Stefan Karkow, Fachschaftsvorsitzender Mathematik. Höhepunkt für die Schüler waren 130 Pizzen zur Stärkung, die durch die Schülervertretung organisiert wurden.

„Alle reden über Mathe. Wann hat man schon mal so eine Atmosphäre?“, fragte der Fachschaftsvorsitzende. Paul Giesler aus der 6. Klasse hatte sich seit den Sommerferien darauf gefreut. „Es macht Spaß. Mein Ziel: Runde 3 – definitiv!“, erklärte er. Im vorigen Jahr hatte er zu Hause noch bis 2 Uhr gerechnet.

Die Unterstufe nahm bis um 22 Uhr teil, die Größeren bis 24 Uhr. „Das ist ganz anders als im Unterricht“, sagte Lina Pahl aus der 5. Klasse, die es wie alle anderen besonders gut fand gemeinsam zu rechnen. „Und die Pizzen sind lecker!“ Das Ergebnis war den Mathelehrern an diesem Abend nicht so wichtig. „Wir schneiden mal so, mal so ab“, meinte Stefan Karkow. „ Der Spaß steht immer im Vordergrund. Wenn wir dazu noch erfolgreich sind, freuen wir uns.“

Die meisten Teilnehmer hatte das Sophie-Scholl-Gymnasium: 230 Schüler, vorwiegend aus der Unter- und Mittelstufe. Seit zwei Jahren muss die Schule die Zahl begrenzen, teilweise gab es bis zu 400 Anmeldungen. „Wir sind die einzigen, die die ganze Nacht rechnen“, sagte Fachschaftsvorsitzender Matthias Dietz. Im zweiten Stock der Schule übernachteten die Teilnehmer mit Lehrern und Eltern. „Wir haben immer ganz gute Ergebnisse“, sagte Dietz. „Man muss nicht unbedingt gut in Mathe sein, um Spaß zu haben.“

Konstantin Mallach rechnete sich gemeinsam mit seinen Freunden aus der Oberstufe durch die Aufgaben. Ganz bewusst hatten sich die mathestarken Schüler zusammengetan. „Es sind ganz andere Aufgaben als man in der Schule macht. Da merkt man mal, wofür man das lernt“, sagte er. Positiver Nebeneffekt: „Man lernt sich untereinander besser kennen, zwischenmenschlich.“

Zum ersten Mal wollten die Fachschaftslehrer die Ergebnisse am Ende nach Neumünster mailen. Die „Lange Nacht der Mathematik“ endete offiziell um 6 Uhr morgens. Am SSG gab es danach noch ein gemeinsames Frühstück.

Schulen aus Finnland, der Türkei, Zypern, Rumänien, Kroatien und Italien werden Aspekte und Tätigkeitsbereiche des Lehrerberufes in ihrer Bedeutung für die Lehrer, den Lernerfolg der Schüler und die Zufriedenheit der Eltern untersucht. Christian Kollinger, Lehrer für Geschichte und Latein, hat die Partnerschaft organisiert und betreut das Projekt. Es lebe vom Erfahrungsaustausch, sagt er. „Im Kontakt mit den anderen Schulen können wir noch ganz viel lernen.“ Fünf Treffen in Italien, Kroatien, Zypern, Finnland und der Türkei wird es dafür geben. Am Ende sollen die Ergebnisse den nationalen Bildungsträgern und der Schulöffentlichkeit präsentiert werden.

(Norddeutsche Rundschau vom 26.11.2012)