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Kooperationsvereinbarung zwischen WKS und SSG
Kooperationsvereinbarung zwischen WKS und SSG

Zeig mir, wie und was du paukst - Kooperationsvereinbarung zwischen Wilhelm-Käber-Schule und Itzehoer Sophie Scholl Gymnasium macht Gemeinschaftsschüler fit für die Oberstufe

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Lesen, schreiben, rechnen – In der Schule wird der Nachwuchs fit gemacht für die Arbeitswelt. Während ihrer Berufspraktika können Schüler auch schon einmal erleben, wie es ist zu arbeiten. Allerdings klafft eine Lücke im System: Jungen und Mädchen von Schulen ohne gymnasiale Oberstufe, die das Abitur anstreben, werden mit dem Schulwechsel ans Gymnasium erst einmal ins kalte Wasser geworfen. Lernen ist nämlich nicht gleich lernen, Arbeitsweise und Anforderungen unterscheiden sich an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Wo die Unterschiede liegen, finden sie erst raus, wenn sie als Elftklässler die Schulbank drücken – für manch einen eine böse Überraschung. Aber die Kluft ist für Schüler der Wilhelm-Käber-Schule in Hohenlockstedt kleiner geworden. Vor einem Jahr schloss die Schule mit dem Itzehoer Sophie Scholl Gymnasium eine Kooperationsvereinbarung, die es den den Jungen und Mädchen ermöglicht, den Alltag an einem Gymnasium zu erleben bevor der Sprung in die Oberstufe ansteht. „Die Schwelle wird dadurch niedriger“, erklärt Willy Arbeiter, Oberstufenkoordinator am SSG. Das Konzept geht auf. Nach einem Jahr ziehen alle Beteiligten nun eine positive Bilanz.

Die Kooperation haben die beiden Schulen breit aufgestellt, wie der von Andrea Mittelmann, stellvertretende Schulleiterin der WKS und Volker Schlüter, Mittelstufenleiter am SSG, erarbeitete Jahresplan zeigt. Neben Schnupperunterricht für die Schüler und einer Informationsveranstaltung zur Oberstufe finden auch gemeinsame Projekte wie zum Beispiel ein Streetball-Turnier der zehnten Jahrgänge oder der gegenseitige Besuch von Schul-Theateraufführungen statt. Auch die Lehrer schauen mal über den Tellerrand auf den Ablauf an der jeweils anderen Schule. Die Kollegen des SSG gehen mit in den Unterricht der Erweiterungsklassen an der Hohenlockstedter Schule und es gibt ein sogenanntes „Team-Teaching“ mit Lehrern beiden Schulen. „Nach jeder Aktion gibt es einen Erfahrungsaustausch unter den Lehrern“, berichtet Andrea Mittelmann. Das bestätigt auch Heiko Gauert, der Schulleiter der Hohenlockstedter Gemeinschaftsschule. „Wir wurden offen aufgenommen und es herrscht ein reger Austausch. Wir sind verpflichtet, unsere Schüler auf diesen Weg vorzubereiten. Dabei sind wir auf Kompetenz von außerhalb angewiesen.“ Einen geeigneten Partner habe man mit dem SSG gefunden. Auch hier ist man begeistert von der Kooperation, wie Schulleiterin Angelika Hartmann betonte. Die Hospitation der Kollegen an der WKS sei eine wertvolle Erfahrung. „Unsere Lehrer können sich so besser darauf einstellen, welche Voraussetzungen die Schüler mitbringen.“

Aber was sagen die, die von der Kooperation eigentlich profitieren sollen? Drei Tage paukten SSG- und WKS-Schüler jüngst wieder zusammen und zeigten sich allesamt angetan von ihren Mitschülern auf Zeit. „Die Idee ist nicht schlecht“, so das Urteil von SSG-Schüler Dennis Albers (17). „Es ist aber schon deutlich geworden, dass der Leistungsstand der WKS nicht unserem entspricht.“ Gestört habe das den Unterricht aber nicht. Das sieht WKS-Schülern Natalie Kaschuba (14) ähnlich. Obwohl sie selbst einmal Schülern am SSG war, seien die Schnupperstunden keinesfalls überflüssig für sie gewesen. „Man merkt schon Unterschiede. Jetzt kann ich mich aber auf die Anforderungen besser vorbereiten.“ Auch die Integration der Gastschüler aus Hohenlockstedt habe bestens funktioniert. „Bei den Gruppenarbeiten haben alle super zusammengearbeitet“, lobt Sandra Mohr (13). Einziger Kritikpunkt: Der Platzmangel. Mit den Gastschülern seien die Klassenräume doch ziemlich voll gewesen. Die Kooperationsvereinbarung der Schulen soll die Gemeinschaftsschüler fit für die Oberstufe machen – wo sie das Abitur letzlich in Angriff nehmen wollen, bleibt aber ihnen überlassen.

(Norddeutsche Rundschau vom 28.01.2013)