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Schulen lernen von Schulen
Schulen lernen von Schulen

Referenzschul-Netzwerk: Fehrs-Schule und Sophie-Scholl-Gymnasium von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) ausgezeichnet.

Eins plus eins ist zwei. Daran gibt es nichts zu rütteln, das lernen Schüler seit Generationen. Aber wie sie lernen, das verändert sich. Die Lernkultur an deutschen Schulen ist im Fluss. Die Fehrs-Schule ist seit 2007 Ganztagsschule, mit dem Nachmittagsangebot kamen neue Herausforderungen. Tipps und Anregungen für den Schulalltag tauscht die Grundschule mit 23 anderen Schulen in Schleswig-Holstein aus. Alle sind Teil des Referenzschul-Netzwerks „Ganztägig lernen“ Schleswig-Holstein 2015/2016 und wurden nun von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in Kiel ausgezeichnet. Neben der Fehrs-Schule ist auch das Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG) dabei – es sind die beiden einzigen Schulen im Kreis in dem Netzwerk. Die Fehrs-Schule hat es außerdem noch als eine von zwei Einrichtungen aus ganz Schleswig-Holstein in das bundesweite Netzwerk geschafft.

„Schulen lernen am besten von anderen Schulen“, betont Ernst. „Im Netzwerk tauschen sie Erfahrungen aus, geben einander Anregungen und unterstützen sich gegenseitig.“ Dieser Austausch über die Schulgrenzen hinweg sei ein entscheidender Beitrag zur Qualitätsverbesserung.

Die Fehrs-Schule bewarb sich im Jahr 2010 zum ersten Mal und ist nun bereits zum dritten Mal Referenzschule. „Ein alter Hase des Netzwerks“, wie Leiterin Kerit Christensen-Schultz-Collet sagt. Dass die Schule erneut dabei ist, mache sie sehr stolz: „Dieses Jahr liegt der Fokus auf neuen Schulen, es durften nur fünf ehemalige Referenzschulen wieder dabei sein. Wir sind eine davon.“

Nicht jede Ganztagsschule schafft es in das Netzwerk. Es müssen einige Kriterien erfüllt werden, wie Christensen betont: In der Zeit, in der die Schule Referenzschule ist, muss ein Projekt umgesetzt werden, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und regelmäßigen Treffen bestehen und die Tür für Kollegen anderer Schulen für Hospitationen offen stehen. „Ein Plus an Arbeit“, sagt die Schulleiterin. Doch es lohne sich. Es sei eine große Bereicherung, über den Tellerrand auf die Abläufe anderer Schulen zu schauen.

„Wir waren begeistert von der Idee, Ganztagsschule zu werden, ohne dass wir genau wussten, was auf uns zukommt.“ Vieles habe mühsam erarbeitet werden müssen. Da kam die Ausschreibung zur Referenzschule gerade recht: „Wir haben gemerkt, wie hilfreich es ist, mit anderen Schulen zusammenzuarbeiten.“ Bei der Pausengestaltung zum Beispiel, die sich die Fehrs-Schule dieses Jahr zum Thema gemacht hat: Wenig Platz, viele Kinder, das gilt es zu verbinden. Um „eine Wohlfühlpause für alle Beteiligten“ zu entwickeln, werden nun Pausenprojekte angeboten. Und das Ganztagsangebot nutzen mittlerweile rund 240 der 360 Schüler.

Die teilnehmenden Schulen profitieren zudem von Fortbildungen im Netzwerk und von der Serviceagentur als Ansprechpartner. So auch das SSG, das zum ersten Mal in dem Referenzschul-Netzwerk vertreten ist. „Die Fehrs-Schule hat so viel Positives berichtet, und die Informationsveranstaltung war so interessant, dass wir uns auch beworben haben“, sagt Nadine Gudat, eine der zwei Ganztagskoordinatorinnen am SSG. „Es gibt viele neue Impulse. Wir wollten Referenzschule werden, um die Qualität aufrecht zu erhalten und die eigene Arbeit zu reflektieren.“

Rund 120 Schüler nutzen die Nachmittagsangebote, als Projekt hat sich das Gymnasium Schüler-Coaching ausgesucht. Ziel sei es, die Jugendlichen zu unterstützen, die nachmittags Kurse wie etwa Hausaufgabenhilfe leiten, so Gudat. „Das wollen wir noch stärker ausbauen.“

(Kristina Röhrs, Norddeutsche Rundschau vom 10. 07. 2015)