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Wetter-Info aus dem Bermuda-Dreieck
Wetter-Info aus dem Bermuda-Dreieck

Gymnasiasten entwickeln im Ferien-Workshop am Izet Wetterstation und App, die Daten von drei Schulstandorten direkt aufs Handy liefert - fünf Schülerinnen und Schüler unserer Schule waren daran beteiligt.

wetterapp

Wie warm wird es heute? Für die Schüler des Itzehoer Sophie-Scholl-Gymnasiums, des Glückstädter Dethlefsen Gymnasiums und des Gymnasiums Brunsbüttel reicht ein Blick auf ihr Smartphone, um zu wissen, ob sie für den Schultag besser zu Pullover oder T-Shirt greifen sollten. Eine Wetter-App informiert die Jugendlichen, welche Kapriolen Petrus bereit hält. Dabei war einer Gruppe Teenagern das Wetter in einer Woche der Ferien eigentlich egal. Sie saß vorm PC und entwickelte die App namens „Bermuda“, die Wetter-Daten direkt von den drei Schulstandorten aufs Handy liefert.

Die Wetterstation inklusive Web-App ist das Ergebnis des Ferien-Workshops am Innovationszentrum Izet, den dieses zusammen mit der Firma IDS DialogSysteme GmbH aus Itzehoe und Hamburg auf Initiative des Vereins Hightech Itzehoe auf die Beine gestellt hatte. Statt wie ihre Mitschüler auszuschlafen, standen 19 Schüler vier Tage lang morgens im Izet auf der Matte, um unter dem Motto „Internet der Dinge“ an der Entwicklung der Wetterstation, der App und einem Marketing-Konzept zu tüfteln. Das Ganze läuft unter dem Label NordApp.de, eine Marke, die Internetaktivitäten bündelt.

„Wir wollten den Schülern zeigen, was man mit dem ‚Internet der Dinge‘ alles machen kann“, erklärt Svenja Gondlach vom Izet-Projektmanagement. Das Thema Wetter biete sich dafür an. „Das interessiert jeden.“ IDS-Geschäftsführer Stefan Hauptmann ergänzt: „Wir möchten den Schülern zeigen, wie Daten ins Netz kommen. Das ist kein Hexenzeug. Man muss den Mut finden, das auszuprobieren.“ Denn eine Wetterstation zu entwickeln ist im Zeitalter 2.0 eine ganz andere Angelegenheit als noch in Omas Jugend, als ein Wetterhahn aufs Dach geschraubt wurde. Die klobigen Instrumente haben ausgedient, heutzutage sind sie nur noch kleine Punkte auf einer Platte, die mit Steckern und Kabeln zu einem Modul zusammengesetzt werden. Das Gerät erfasst Temperatur, Luftdruck und -feuchtigkeit sowie den UV-Index.

„Der Workshop war ein Experiment. Wir haben den Jugendlichen einen Brocken vorgeworfen und geguckt, was sie daraus machen“, so Svenja Gondlach. Mit ein wenig Schützenhilfe, aber „ansonsten sehr selbstständig und engagiert“, widmeten sich die Schüler den Aufgaben. Team 1 kümmerte sich um die Hardware: Sie bauten die Station, lasen die Daten aus und programmierten den Controller. Das zweite Team setzte den Server auf. Dieser wird mit Daten der Wetterstation beliefert und sendet sie an die App. „Da braucht man schon Spaß am Knobeln und Ausdauer“, befand Teilnehmer Bjarne Roß (18) vom Dethlefsengymnasium. Obwohl er Vorkenntnisse mitbrachte, sei das Team immer wieder auf Probleme gestoßen. „Umso schöner war es, als dann alles lief.“

Das dritte Team kümmerte sich um die Programmierung, um die Daten der Station so darzustellen, dass sie der Nutzer versteht. Dafür haben sich die Schüler selbst drei Programmiersprachen beigebracht. Und das Projektmanagement-Team nahm alles rund um Marketing und Design wie das Logo in die Hand. „Bermuda“ haben sie das Projekt Wetterstation getauft – angelehnt an die drei Schulstandorte, die auf der Landkarte ein Dreieck bilden. Mit dabei im Projektmanagementteam war Godje Roß (15) vom Dethlefsengymnasium. „Ich konnte meinen Gedanken freien Lauf lassen und erfahren, wie ein Produkt vermarktet wird.“

„Der Workshop deckt viele verschiedene Bereiche ab“, erklärt Gondlach. „Man muss den jungen Leuten die Hand reichen“, betont sie. Die Schule sei nicht die Realität, der Workshop biete dagegen die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen und selbstständig arbeiten zu lernen. Eine Wiederholung sei geplant, „konkret ist aber noch nichts“.
Die Wetterstationen werden in Kürze an den Schulgebäuden befestigt. Die App gibt es ab Mitte September kostenlos für Jedermann auf den Internetseiten des Izet, der drei Schulen und auf www.meinsteinburg.de.

(Kristina Röhrs/Ruff, Norddeutsche Rundschau vom 29. 08. 2015)