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Regionalentscheid „Jugend debattiert“ am SSG: Zwei unserer Schüler fahren zum Landesentscheid
Regionalentscheid „Jugend debattiert“ am SSG: Zwei unserer Schüler fahren zum Landesentscheid

Frauen reden gerne und viel. Das ist nicht nur ein Klischee, die Schülerinnen Annika Kunze und Jacqueline Junge sind der Beweis, dass die Damen mit Worten auch besonders gut umgehen können. Beim Regionalentscheid des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im Itzehoer Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG) landeten gleich zwei junge Damen auf dem Siegertreppchen.

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Für Jacqueline Junge (15) war es sogar ein Heimsieg. Die SSG-Schülerin holte in der Sekundarstufe I beim Wortgefecht die meisten Punkte und fährt mit der Zweitplatzierten Kim Deutschendorf (14, Elsa-Brändström-Schule Elmshorn EBS) am 15. März zum Landesentscheid nach Kiel. In der Sekundarstufe II debattierte Annika Kunze (16, EBS) vor Malte van Minden (15, SSG) am besten. Auch die Beiden sicherten sich damit das Ticket in die Landeshauptstadt.

„Soll man im Supermarkt für die Landtagswahl abstimmen?“ lautete das Thema der Finalrunde in der Sekundarstufe II, den Klassen 10, 11 und 12. Die Acht- und Neuntklässler diskutierten in der Finalrunde darüber, ob eine verbindliche Grundschul-Empfehlung eingeführt werden soll. Diskutiert wird bei „Jugend debattiert“ nach strengen Regeln, ein wortreiches Durcheinander gibt es nicht. Die Teilnehmer bekommen die Themen zehn Tage vorher mitgeteilt. Sie müssen überzeugende Argumente für die vorgebene Position finden. Zwei Schüler vertreten die Pro-, zwei die Contraseite. Die Debatte ist zeitlich genau durchgeplant. Jeder Teilnehmer hat zwei Minuten für eine Eingangsrede, es folgt eine zwölfminütige Aussprache bevor jeder Schüler in 60 Sekunden noch einmal seine Schlussrede hält. Eine Jury bewertet Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und wie überzeugend der Schüler argumentiert.

Insgesamt vier Schulen aus den Kreisen Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg – das Sophie-Scholl-Gymnasium in Itzehoe, die Bismarckschule und die Elsa-Brändström-Schule aus Elmshorn sowie die Schule am Meer aus Büsum – hatten Kandidaten ins Rennen geschickt. Acht in der Sekundarstufe I, aber nur vier aus der Sekundarstufe II, wie die Regionalkoordinatorin am SSG Juliane Schaar erklärte. „Wir hatten weniger Anmeldungen.“ Sogar Siegerin Jacqueline Junge hatte eigentlich nicht mitmachen wollen. „Ich wollte nur die Lücke füllen, weil sich keiner gemeldet hatte“, gestand sie. Dabei habe der Wettbewerb viel Spaß gemacht, wie auch die anderen Schüler betonten. „Ich rede wahnsinnig gerne. Mir hat gefallen, dass ich bei dem Wettbewerb richtig tief in die Themen eintauchen kann und sachlich darüber reden kann“, erklärte Annika Kunze. „Viele Menschen haben gar keine eigene Meinung mehr. Mich reizt es, meine eigene Position zu vertreten und die Kontroversität bei Jugend debattiert“, so Malte van Minden.
Das Rede-Duell sei für die Jugendlichen durchaus sinnvoll, wie Juliane Schaar betonte: „Es werden Kompetenzen gefördert, für die im Schulalltag keine Zeit bleibt.“ Auch Schülerin Savannah Marie Kulp zieht viel Positives aus dem Wettbewerb: „Für die Jobsuche ist das hilfreich, es macht sich gut im Lebenslauf.“ „Man wird auch selbstbewusster“, ergänzte Moritz Wortmann. Für die schüchternen Mitschüler, die sich bei Wortgefechten zurückhalten, haben die Teilnehmer noch ein paar Tipps. Jan Soller: „Der größte Feind ist die Nervosität. Es hilft, sich voll und ganz auf die Diskussion zu konzentrieren.“ Und: „Man muss sich einfach trauen.“

Finalisten Sekundarstufe I:
Platz 1: Jacqueline Junge (15, SSG), Platz 2: Kim Deutschendorf (14, EBS), Platz 3: Jan Soller (15, Bismarckschule), Platz 4 Nadine Gehrke (15, EBS).
Sekundarstufe II: Platz 1: Annika Kunze (16, EBS), Platz 2: Malte van Minden (15, SSG), Platz 3: Moritz Wortmann (15, EBS) und Platz 4: Savannah Marie Kulp (15, SSG).

(Kristina Röhrs / Röhrs, Norddeutsche Rundschau vom 27. 01. 2016)