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Einblicke in das Schicksal minderjähriger Flüchtlinge
Einblicke in das Schicksal minderjähriger Flüchtlinge

Am Montag, den 7. März 2016 besuchte der Münsteraner Jugendbuchautor Dirk Reinhardt das Sophie-Scholl-Gymnasium, stellte den Schülern der Jahrgangsstufen 8 und 9 seinen Roman „Train Kids“ vor und diskutierte mit ihnen über das Buch.



Das Thema der Flüchtlinge ist derzeit in aller Munde. Meist liest man darüber in der Zeitung oder sieht Bilder der Flüchtlingstrecks in den Nachrichten. Zahlen werden genannt: 200.000, 400.000, 600.000 seien unterwegs oder würden noch erwartet – es fällt schwer, sich darunter konkret etwas vorzustellen. Die vielen individuellen Schicksale verschwinden in der großen Masse jener, die sich auf der Flucht befinden.

Die Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 des Sophie-Scholl-Gymnasiums hatten nun die Gelegenheit, sich ganz hautnah in die Gedanken- und Gefühlswelt jugendlicher Flüchtlinge hineinzuversetzen. Der Jugendbuchautor Dirk Reinhardt war mit seinem bereits mehrfach prämierten Roman „Train Kids“ zu ihnen gekommen, um ihnen diese Möglichkeit zu geben. Der Roman schildert die Abenteuer von fünf jugendlichen Migranten aus Mittelamerika, die versuchen, sich als blinde Passagiere auf Güterzügen durch Mexiko bis in die USA zu schlagen, um dort ihre Mütter wiederzufinden, die sie schon vor Jahren alleine in der Heimat zurückgelassen haben.

Reinhardt ist selbst nach Mexiko gereist, hat dort viele dieser Jugendlichen entlang der Bahnstrecke kennengelernt, sie begleitet und mit ihnen gesprochen. Die vielen Eindrücke, die er im Lauf dieser Recherche sammeln konnte, hat er zu dem Jugendroman „Train Kids“ verdichtet. Diese Realitätsnähe merkt man den Roman auf jeder Seite an. Nach einer kurzen Einführung ins Thema las der Autor den Schülern mehrere Textstellen vor. Sie thematisierten das gefährliche Aufspringen der jugendlichen Protagonisten auf den fahrenden Zug, ihre Träume und Hoffnungen, ihre deprimierende Konfrontation mit korrupten und gewaltbereiten Polizisten, aber auch die unerwartete Hilfe, die sie von einem Padre und einfachen Menschen in einer Kirche erhalten.

„Die Schüler lauschten atemlos. Es war ihnen deutlich anzumerken, wie sehr das Thema sie fesselten.“ so Dirk Reinhardt. Viele von ihnen nutzten im Anschluss an die Lesung die Möglichkeit, vom Autor mehr über das Schicksal der jugendlichen Flüchtlinge und vor allem auch über seine eigenen Eindrücke in Mexiko zu erfahren. Originalfotos, die Reinhardt überwiegend selbst in Mexiko gemacht hatte, rundeten die Veranstaltung eindrucksvoll ab.

Die Lesung, die von dem Deutsch- und Geschichtslehrer Uwe Niklas organisiert wurde, gab den Schülern einen spannenden und konkreten Einblick in eine politisch brisante Thematik. „Wenn sie das nächste Mal in den Medien mit der Flüchtlingsthematik konfrontiert werden, werden sie diese Berichte sicherlich mit anderen Augen sehen.“ ist sich Uwe Niklas sicher.