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Gymnasiasten feiern ohne Alkohol
Gymnasiasten feiern ohne Alkohol

Zehntklässler des Sophie-Scholl-Gymnasiums nehmen mit großem Erfolg an Präventionsprojekt teil und erhalten den Hauptpreis.

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Warum trinkt man Alkohol? Wo ist die Grenze zum Betrinken? Ist es cool, Nein zu sagen und dem Zwang der Gruppe zu widerstehen? Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist nicht nur für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und Reiner Hanewinkel, Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, ein sensibles Thema. Zu oft werde das eigene Limit überschritten – im schlimmsten Fall bis zum so genannten Komasaufen.

Dass es auch anders geht, bewiesen nun Zehntklässler des Sophie-Scholl-Gymnasiums (SSG). Sie beteiligten sich, wie insgesamt rund 100 Klassen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, an der Präventionsaktion „Klar bleiben – Feiern ohne Alkoholrausch“. Das Projekt richtet sich gezielt an Schüler der Klassenstufe zehn und fand in diesem Schuljahr erstmalig statt. „Klar bleiben schafft einen Raum, um sich mit wichtigen Fragen zum eigenen Umgang mit Alkohol zu beschäftigen“, so Marlene Mortler.

„Prävention gegen Süchte jeder Art stand bei uns immer im Fokus“, erklärt Schulleiterin Angelika Hartmann. Die Teilnehmer verpflichteten sich, in einem Zeitraum von drei Monaten auf riskanten Alkoholkonsum zu verzichten und dies zu dokumentieren, wobei auf die Ehrlichkeit der Schüler vertraut wurde. Das Einhalten der eingegangenen Verpflichtung wurde mit attraktiven Preisen belohnt – was einfacher war als erwartet, stellten die Schüler fest. So nahm die Klasse 10 cF des Gymnasiums besonders erfolgreich an dem Wettbewerb teil und durfte sich über den Hauptpreis der „Klar bleiben“-Verlosung in Höhe von 1000 Euro freuen.

Insgesamt sei es schon ruhiger und erfreulicherweise vor allem besser geworden, sagt Marlene Mortler im Hinblick auf den verantwortungsvollen Alkoholkonsum unter Jugendlichen. „Aber Aufklärung ist eine ständige Aufgabe.“

Denn das Thema betriff jede Altersgruppe, wie sie im Anschluss an eine Schülerfrage zum Alkoholgenuss erwachsener Menschen betont: „Leider gibt es viel zu viele Erwachsene, die schlechte Vorbilder sind. Und wer einmal süchtig war, wird es ein Leben lang sein.“ Umso wichtiger sei die frühzeitige und nachhaltige Aufklärung. „Prävention scheint am SSG ernst genommen zu werden. Damit ist es Vorbild für andere Schulen“, lobt Marlene Mortler das Engagement der Beteiligten.

(Marc Kramhöft, Norddeutsche Rundschau vom 05. 07. 2016)