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Schriftsteller trifft „sehr pfiffige“ Deutschschüler
Schriftsteller trifft „sehr pfiffige“ Deutschschüler

Mit Selim Özdogan war für zwei Tage ein prominenter Schriftsteller zu Gast im Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG) am Lehmwold.

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Der türkischstämmige deutsche Schriftsteller hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und beschäftigt sich mit dem deutsch-türkischen Kulturwechsel. Das SSG konnte den Autor über die Mitgliedschaft im „Friedrich-Bödeker-Kreis“ für sich gewinnen. Der Verein organisiert Treffen zwischen Schriftstellern und Schülern, um deren Verständnis von Sprache, Lesen und Literatur zu fördern.

Im letzten Jahr war die albanische Schriftstellerin Anila Wilms zu Gast am SSG. Die Deutschlehrerinnen Nina Drabinski und Christin Hatje sehen die Stärke der Treffen mit den Autoren darin, dass die Jugendlichen „begnadeten Schriftstellern direkt begegnen, Menschen, die ihren Horizont erweitern, Brüche in ihren Biografien aufweisen und den Schülern nachhaltig Impulse geben.“

Am Dienstag las Selim Özdogan zwei Deutschkursen des 11. Jahrgangs aus seinem neuen Roman „Warum Heimat, ich wohne zur Miete“ vor, der von kultureller Identität handelt. „Selim Özdogan ist eine Satire auf deutsche und türkische Klischees gelungen“, rezensierte beispielweise der Südwestrundfunk (SWR) das Werk. „Spiegelt der Roman ihr eigenes Leben wieder?“, wollte einer der Elftklässler nach der Lesung in einer ausführlichen Fragestunde mit dem Schriftsteller wissen. Ansonsten interessierten sich die SSGler vor allem für Özdogans Leben als Schriftsteller.

Am Mittwoch arbeitete Özdogan dann mit der Klasse 8d drei Schulstunden lang in einer Schreibwerkstatt, in welcher er den Schülern von Deutschlehrerin Andrea Grewe-Alwahch verschiedene kreative Aufgaben stellte. So sollten die Schüler Dialoge zwischen berühmten Toten wie Jesus und Michael Jackson entwerfen, oder ein Gefühl mit Worten beschreiben, welches danach erraten werden sollte. „Das hat super funktioniert, obwohl die Schüler nur wenig Zeit hatten“, sagt Grewe-Alwahch.
Özdogan lobte die Deutschklasse als „sehr pfiffig“. Die Schüler hatten ihren Spaß mit dem Autor – und haben auch was gelernt:„Ich habe ein Bewusstsein für Wörter entwickelt und das Gefühl bekommen, dass wir alles mit ihnen ausdrücken können“, sagte Achtklässlerin Leonie über die Schreibwerkstatt. Klassenkameradin Henrike sagte, sie habe gelernt „besser mit Sprache umzugehen und auch Sachen aufzuschreiben, die zunächst total bescheuert klingen.“

(rgr/Frenkel, Norddeutsche Rundschau vom 10. 03. 2017)