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Von Itzehoe nach Doliambo
Von Itzehoe nach Doliambo

Madita Baudach geht im August für fünf Monate als Freiwillige nach Indien. In einem Video-Blog will sie auch andere dafür begeistern.



Dass sie nach der Schule ins Ausland gehen wollte, wusste Madita Baudach schon lange. Ebenso sicher war sie sich immer, nicht einfach nur reisen zu wollen. „Ich wollte gern in einem Projekt mitarbeiten“, sagt die 18-Jährige. „Und ich wollte schon gern auch ein bisschen weiter weg.“

Inzwischen ist klar, wie weit in die Ferne es geht: Am 16. August startet Madita Baudach ihre Reise in das etwa 8000 Kilometer entfernte Doliambo, ein kleines Dorf im Bundesstaat Odisha im Osten Indiens. Dort wird sie für fünf Monate als Freiwillige in einem Schülerinnenwohnheim arbeiten und die Kinder betreuen, deren Familien nicht im Ort wohnen sowie in der Gemeinde mitarbeiten.

Über eine Freundin ist sie auf die Stipendien- und Freiwilligenprogramme des Zentrums für Mission und Ökumene (ZMÖ) aufmerksam geworden, erzählt sie. „Im September waren wir bei einer Info-Veranstaltung in Hamburg, danach habe ich mich direkt beworben. Mich haben die Projekte sehr interessiert. Außerdem reizt mich der große kulturelle Unterschied in Indien.“

Hindus bleiben im indischen Kastensystem von der Geburt bis zum Tod an ihre Kaste gebunden. Zwar darf laut Verfassung niemand wegen seiner Kaste diskriminiert werden – dennoch haben es diejenigen schwer, an Bildung zu gelangen, die in eine der unteren Stufen hineingeboren werden. Die ZMÖ will auch denen eine Chance geben, Schulen besuchen zu können, sagt Baudach.

Der erste Teil ihrer Bewerbung bestand aus einem Motivationsschreiben – in deutscher und in englischer Sprache. Es folgten ein Einzelgespräch sowie eine Gruppenaufgabe. Im Dezember dann bekam die Schülerin des Sophie-Scholl-Gymnasiums die Zusage: Es geht nach Indien.

Was genau sie in dort erwartet, weiß sie noch nicht hundertprozentig. Die ersten Vorbereitungsseminare im Christian-Jensen-Kolleg im nordfriesischen Breklum hat sie zwar bereits hinter sich. Sie hat ehemalige Freiwillige kennengelernt, Informationen über das Land erhalten und einen Inder getroffen, der in der Nähe von Doliambo aufgewachsen ist und inzwischen in Deutschland lebt. Mit ihm lernt sie Oriya – der Amtssprache in Odisha. „Schreiben werde ich es nicht lernen können, aber ich will mich zumindest in den allgemeinen Dingen verständigen können“, sagt die 18-Jährige. „Ich hoffe, das hilft auch, eine Verbindung zu schaffen.“ Vieles aber lässt sie auch einfach auf sich zukommen. „Ursprünglich sollte ich auch Englisch unterrichten. Ob es dazu kommt, weiß ich allerdings noch nicht.“ Vor Ort will die Edendorferin dann regelmäßig in einem Video-Blog über ihre Zeit in Indien berichten – und so einerseits den Kontakt zu Familie und Freunden halten – vielleicht aber auch andere Menschen für eine solche Tätigkeit interessieren. Finanziert wird der Freiwilligendienst nämlich nur zum Teil aus Bundesmitteln, der Rest aus Eigenleistung sowie aus Spenden. Auch dafür will Baudach werben.

Wer mehr über das Programm erfahren oder Madita Baudach unterstützen möchte, kann ihr per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. schreiben oder sich beim Zentrum für Mission und Ökumene unter http://www.nordkirche-weltweit.de informieren.

Was die 18-Jährige nach ihrer Zeit in Indien machen möchte, weiß sie auch schon: „Ich möchte Lehramt studieren, Englisch und Geschichte.“ Aber sie schließt es auch nicht aus, dass sich das in den kommenden Monaten ändert. „Wer weiß, vielleicht komme ich auch wieder und will etwas komplett anderes machen.“

(Christopher Chirvi, Norddeutsche Rundschau vom 07. 06. 2017)