Herzlich Willkommen am Sophie Scholl Gymnasium Itzehoe
Erst Internat dann Umweltschutz
Erst Internat dann Umweltschutz

Familie, Freunde und die alte Schule verlassen – das steht Joe Fock aus der 8c des Sophie-Scholl-Gymnasiums in ein paar Wochen bevor. Der Grund: Wegen herausragender Leistungen, besonders in den Naturwissenschaften, hat der 14-Jährige ein Stipendium erhalten, das die vier Schuljahre bis zum Abitur am Internat Louisenlund bei Schleswig zahlt.




„Ich kenne Joe aus dem Matheunterricht. Er ist in Sprachen und Naturwissenschaften sehr talentiert“, sagt seine Lehrerin Maike Tesch. Für das Stipendium musste er sich beim Verein MINT-Talentförderung bewerben und ein Motivationsschreiben verfassen. Die dazu gehörige Empfehlung lieferte die Lehrerin. Außerdem war Joe bereits drei Tage in Louisenlund, um ein naturwissenschaftliches Projekt, einen Intelligenztest und eine Mathearbeit zu bewältigen – alles mit dem nötigen Erfolg.

„Ich habe ein bisschen ein mulmiges Gefühl, weil ich nicht weiß, was mich dort erwartet. Vier-Bett-Zimmer sind auch was anderes, und der Schultag ist viel länger“, sagt der Jugendliche. Etwa 45 Stunden pro Woche wird er Unterricht haben, plus Hausaufgaben. Alle zwei Wochen geht es für ein paar Tage nach Hause. Immerhin: Einen passenden Zimmergenossen hat Joe während der Bewerbungstage schon gefunden: „Man merkt schnell, mit wem man sich gut versteht.“

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Aber sein Talent reicht weiter: „Er ist definitiv einer der leistungsstärksten Schüler und auch außerschulisch sehr engagiert“, sagt Klassenlehrer Sven Koops. Joe könne gut debattieren, zeige ethisches Bewusstsein und stets inhaltliches Interesse, so Maike Tesch. Als sie die MINT- Talentförderung vor der Klasse präsentierte, habe Joe sofort Interesse gezeigt.

SSG-Leiterin Angelika Hartmann ist stolz, dass es ein Schüler ihrer Schule so weit geschafft habe, auch wenn es traurig sei, dass er die Schule verlasse. „Ich finde es toll, dass er ein klares Ziel für die Zukunft hat, das haben selbst viele Abiturienten nicht“, sagt sie.
Besonders am Herzen liegt dem Jugendlichen die Umwelt, was er auch in seinem Motivationsschreiben erklärte. „Man hat nur diesen einen Planeten, und deswegen muss man ihn pflegen“, sagt der 14-Jährige. Er wolle die Zeit am Internat deswegen nutzen, um die Naturwissenschaften besser zu verstehen. Später wolle er in Umweltschutzorganisationen mitarbeiten.

(rgr, Norddeutsche Rundschau vom 12. 07. 2017)