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Abschied vom Traumberuf
Abschied vom Traumberuf

„Ich habe meinen Traum gelebt.“ Das ist mal ein Satz zum Ende eines Berufslebens. Juliane Joseph sagt ihn aus voller Überzeugung. Gestern ist die 65-Jährige aus Meldorf am Sophie-Scholl-Gymnasium von Kollegen, Schülern und Eltern verabschiedet worden.




Nur wenige Tage fehlen, dann wären es genau 40 Jahre am SSG gewesen. Joseph sei wohl die letzte Kollegin, die aus dem aktiven Dienst ausscheidet und noch alle drei Leiter erlebt habe, so die aktuelle Leiterin Angelika Hartmann. Mit den Fächern Deutsch und Geschichte fing Joseph an, während ihrer Zeit am SSG ergänzte sie Latein für Unter- und Mittelstufe.

Bis auf ein Jahr sei sie immer Klassenlehrerin gewesen, meist in der fünften und sechsten Klasse, sagte die 65-Jährige. „Die Arbeit mit jüngeren Schülern hat mir immer ganz großen Spaß gemacht.“ Deshalb bewarb sie sich als Orientierungsstufenleiterin, seit 1993 hat sie viele hundert Schüler – und deren Eltern – durch ihre ersten Jahre am SSG begleitet. Diese Arbeit habe ihr sehr viel gegeben, sagte Joseph. Erinnerungen nimmt sie in Massen mit. Etwa die an die Fahrt der Sechstklässler in die Lüneburger Heide: Bei einer Rallye sollten sie nach genauer Anweisung Pilze sammeln, „je mehr, desto besser“. Spät abends, als die Kinder im Bett waren, wurde daraus eine „wunderbare Pilzpfanne“ für die erwachsenen Begleiter.

Vor Ideen sprühend, immer um das Wohl der Schüler bedacht, pragmatisch, fröhlich, so beschrieb SSG-Leiterin Hartmann die nun Pensionierte. Und sie sei immer bereit gewesen, neue Wege auszuprobieren. Die Arbeit habe sich sehr verändert, sagte Joseph. „Das macht die Sache nicht einfacher.“ Aber es mache Spaß: „Immer wieder neue Herausforderungen, man ist immer wieder neu motiviert.“

Mit Leib und Seele sei sie Lehrerin gewesen: „Es wird mir etwas fehlen, weniger die Institution Schule, aber die Menschen.“ Ein Jahr lang habe sie das schon geübt – ausschlafen zu können, war das Beste am Sabbatjahr vor dem Ruhestand. Herumreisen ist ein Plan für die Zukunft, aber sie werde sich auch im Museum in Meldorf oder im Archäologisch-ökologischen Zentrum in Albersdorf eine Betätigung suchen: „Ich werde sicher wieder mit Kindern arbeiten.“

(Lars Peter Ehrich, Norddeutsche Rundschau vom 26.01.2018)