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Sperrung des Sportzentrums: Notprogramm im Sportunterricht
Sperrung des Sportzentrums: Notprogramm im Sportunterricht

Die Sonne scheint, es ist warm, und der Sportplatz in der Lehmwohldstraße ist voll von Schülern. Bei diesem Wetter macht ihnen der Sport im Freien sichtlich Spaß.


Sie spielen Federball, machen Fitnessübungen oder toben sich beim Völkerball aus – so wie die Klasse 6d des Sophie-Scholl-Gymnasiums mit Sportlehrer Bert Oehmicke (Foto). Da das Sportzentrum am Lehmwohld wegen gesundheitsschädlichen Asbeststaubs gesperrt ist, muss der Sportunterricht der Klasse im Freien stattfinden – das Alternativprogramm, bis das Sportzentrum wieder freigegeben wird. „So lange das Wetter mitspielt, geht es noch“, sagt Oehmicke. Ganz problemlos ist diese Alternativlösung aber nicht. „Wir haben jetzt auch keine Umkleidekabinen mehr und nutzen provisorisch zwei Räume dafür. Durch die ganze Organisation haben wir viel weniger Zeit für Sport.“ Doch der Unterricht findet statt, so gut es geht. „Wir machen Fitnessübungen, gehen laufen und nutzen Sport- und Spielplätze“, erklärt Oehmicke.

Die Reinigungsarbeiten sollen heute beginnen – bis das Sportzentrum aber wieder für den Unterricht freigegeben werden kann, wird es noch dauern.

Für das Sophie-Scholl-Gymnasium und die Gemeinschaftsschule am Lehmwohld, die das Sportzentrum jährlich rund 7000 Stunden nutzen, ist das eine große Einschränkung. Unter anderem auch, weil das Schwimmzentrum Itzehoe zusätzlich geschlossen ist und so in den sechsten Klassen des SSG auch kein Schwimmunterricht angeboten werden kann.

Die Gemeinschaftsschule am Lehmwohld versucht nun vor allem, flexibel zu bleiben. „Wir setzen auf drei Lösungen“, erklärt der kommissarische Schulleiter Klaus-André Harz: „Entweder raus, Theoriestunden oder Fachunterricht.“ Da insbesondere bei den jüngeren Klassen die Sportlehrer auch gleichzeitig Fachlehrer in der Klasse seien, „wird dann zum Beispiel, wenn der Raum frei ist, einfach Biologie-Unterricht gemacht“, sagt Harz. „Das ist das Notprogramm“ – das aber bisher funktioniert. „Wir warten täglich auf Informationen“, sagt er. Knapp 40 Sportstunden seien betroffen.

Beim Sophie-Scholl-Gymnasium sind es rund 100 Sportstunden, die alternativ stattfinden. „Wir sind aktuell noch in der glücklichen Lage, dass wir den Sportunterricht draußen durchführen können“, sagt SSG-Leiterin Magdalena Diodati. Während die jüngeren Klassen also draußen sind, werde im Sportprofil der Theorieteil für das ganze Halbjahr schon jetzt abgearbeitet.

„Im Moment ist es noch relativ entspannt“, sagt Diodati. Sollte das Wetter allerdings nicht mehr mitspielen, gebe es immer noch einige Optionen. „Die Kleineren können in unserem Pädagogischen Zentrum Sport machen, und auch in den Klassenräumen können Bewegungsspiele durchgeführt werden.“

Sollte das Sportzentrum noch länger gesperrt bleiben, sei es „eine gute Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen zu stärken“, bleibt Diodati optimistisch. „Wir sind in dieser schwierigen Situation auf Kooperationen angewiesen.“


(Carolin Johannsen, Norddeutsche Rundschau vom 7. September 2018)