Herzlich Willkommen am Sophie Scholl Gymnasium Itzehoe
Fachschaft Philosophie

Philosophie am Sophie Scholl Gymnasium

„ Das einzige, was mich immer in Erstaunen versetzt ist der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“

Grabinschrift von Immanuel Kant, 1724-1804


1. Grundlegung: die Situation der Kinder und ihre Offenheit für Philosophie

Kinder, die im Alter von 10 Jahren Philosophieunterricht erhalten, leben bereits in bestimmten Vorstellungen von sich, von anderen und von der Wirklichkeit, in der sie leben.

Die Kinder fragen in allen Belangen ihres Lebens grundsätzlicher, ihre Antworten gewinnen größere Konsequenz, Diskussionen mit anderen werden hartnäckiger, ihre Selbstdarstellung gewinnt einen schärferen Umriss.

In all dem zeigt sich ein Willen zur Orientierung, der auf Bestimmtheit drängt, der aber auch bereit ist, die Begrenztheit der eigenen Vorstellungen wahrzunehmen, andere Möglichkeiten zu erproben, zu prüfen und das vermeintlich Selbstverständliche in ihrem Lichte zu sehen. Im Mittelpunkt der Philosophie steht der Mensch, der danach fragt, wie weit seine Erkenntnis reicht und aus welchen Gründen sie sich herleitet, woran er sein Handeln und sein Leben mit anderen ausrichten soll, wie er sein Leben und sich insgesamt glaubwürdig deuten kann.


2. Aufgaben und Ziele des Philosophieunterrichts

Philosophie unterzieht gegebene Selbstverständnisse und gedankliche Orientierungen durch Rückgriff auf überlieferte und gegenwärtige Denkbemühungen einer prinzipiellen Reflexion. Durch argumentative Erörterung gelangt sie so zu Einsichten in Möglichkeiten und Grenzen des Denkens und Handelns, zur Klärung von Bedingungen, unter denen Orientierungen stehen, und zu Angeboten von Orientierungsmöglichkeiten.

Der Philosophieunterricht soll erziehen zu einem nachdenklichen Umgang mit Erfahrungen, Vorstellungen, Fragen, Problemen und Handlungen. Das ist die Vorraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche Zutrauen gewinnen zu ihrem eigenen Verstand und Freude daran entwickeln, die Tragweite ihrer Gedanken und Vorstellungen in verschiedenen Situationen zu erproben.

Der Philosophieunterricht begleitet und fördert die Entwicklung aller Erkenntnis- und Verstehensanlagen der Schüler im Sinne ganzheitlicher Dimensionen der Erschließung von Sachverhalten. Auch die nichtsprachlichen Erkenntnis- und Verstehensanlagen gehören in diese Entfaltung hinein. Der Philosophieunterricht will Nachdenklichkeit üben und dient durch die Klärung der Vorstellungswelt der Aufklärung des Lebens der Schüler. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zu ihrer Individuation und Sozialisation. Er will die Schüler befähigen, ihre Anlage der Nachdenklichkeit im Sinne der drei durch Immanuel Kant formulierten Forderungen zu entfalten:

- selbst denken

- sich in die Stelle jedes anderen denken.

- jederzeit mit sich einstimmig denken, d.h. inhaltlich:


3. Inhalte des Philosophieunterrichts

Die Dimensionen des menschlichen Selbstverständnisses im Sinne der vier Fragen Immanuel Kants eröffnen die Themenbereiche des Unterrichts:

a. was kann ich wissen?

Philosophie untersucht, wie wir uns erkennend in der Wirklichkeit orientieren können und unter welchen Bedingungen Erkenntnis möglich erscheint.

Sie macht aufmerksam auf die Grenzen und Leistungen unserer Wahrnehmung sowie auf die Quellen und Grenzen unseres Wissens, sie diskutiert die Bestimmtheit unserer Begriffe, sie prüft die Folgerichtigkeit unserer Urteile und sie entwirft die Prinzipien für die Ordnung unserer Gedanken.

b. was soll ich tun?

Philosophie untersucht, wie der Mensch sein Leben mit sich, mit anderen und der Natur regelt.

Philosophie erörtert die Ziele, den Sinn und die Absichten unserer Handlungen, sie prüft deren Vereinbarkeit mit den Zielen und Absichten anderer Menschen, sie diskutiert, was gut ist, was gerecht ist, ob und wie Freiheit möglich ist und sie entwirft Konzepte für die gesellschaftliche und politische Verträglichkeit verschiedener Lebensentwürfe.

c. was darf ich hoffen?

Philosophie untersucht die grundlegenden Lebensentwürfe, die jedes einzelne menschliche Denken und Handeln umfassen und prägen.

Solche Lebensentwürfe sind niedergelegt in Religionen, in den Werken der Kunst, in politischen Programmen und in sozialen Utopien, in Vorstellungen von Gott und Tod.

Philosophie vergleicht diese Lebensentwürfe miteinander, diskutiert ihre Tragweite und reflektiert ihre Tragfähigkeit für das Leben und Hoffen des einzelnen.

d. was ist der Mensch?

Philosophie untersucht das Selbstverständnis des Menschen, das sich im Wissen, Handeln und Hoffen ausprägt.

Philosophie entwirft Wege, wie der nachdenkliche Mensch in der Auseinandersetzung mit der Mannigfaltigkeit von Wissensansprüchen, Handlungsorientierungen und Hoffnungskonzepten zu einem stimmigen Bild seiner selbst und seines Menschseins gelangen kann.


4. Methoden des Philosophieunterrichts

Wegen seines reflexiven Grundzuges ist dem Philosophieunterricht eine fächerübergreifende Perspektive innewohnend. Besonders zum Fach Religion: im Religionsunterricht geschieht Sinnentdeckung in der Auseinandersetzung und Begegnung mit Glaubensoffenbarung und ihren Wirkungen. Das Fach Philosophie richtet sich auf Sinnentdeckung in der Selbstvergewisserung durch Vernunft. 

Der Philosophieunterricht strebt eine Einheit der Methodik des philosophischen Denkens und der Methodik des Unterrichts an. In diesem Sinne bilden der Lehrer und der Schüler eine Untersuchungsgemeinschaft. Das problemorientierte Fragen im Sinne einer Provokation einer kognitiven Dissonanz konstituiert diese Untersuchungsgemeinschaft.

Dabei erschließt der Philosophieunterricht seine Inhalte nicht nur durch Begriffe, sondern geht auch über andere symbolische Formen der Abstraktion und Differenzierung von Gedanken über.

Zentrale und nicht beiläufige Arbeitsformen des Philosophieunterrichts sind daher Rollenspiele, Experimente, Gedankenspiele, bildnerisches und anderes Gestalten, wenn sie der Erfahrungs- und Lebenswelt der Schüler gerecht werden.

Dies gilt auch für Medien wie Bilder, Zeichnungen, Erzählungen, Kinderbücher, Märchen, Mythen neben den für das jeweilige Alter verständlichen diskursiven Texten der Philosophie.

(Verantwortlich für den Inhalt: die Fachschaft Philosophie des SSG)


5. Bewertungskriterien

-70% fallen auf die Mitarbeit: mündliche Mitarbeit, Hausarbeiten, Unterrichtsvorbereitung,, Zeichnungen, Rollenspiele, Gruppenarbeit, Referate

-30% schriftliche Leistungsnachweise: Klausuren (Sek.I), 2 Tests (Sek. II)


Hier finden Sie das neue Schulinterne Fachcurriculum für die Jahrgänge 5, 6, 10 und 11.

Hier finden Sie das auslaufende Schulinterne Fachcurriculum (noch gültig für die restlichen Jahrgänge).