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Berufswahl-Messe: Wie soll es nach der Schule weitergehen?
Berufswahl-Messe: Wie soll es nach der Schule weitergehen?

Soll ich ein Freiwilliges Soziales Jahr machen oder doch studieren? Lieber eine Ausbildung oder noch Abitur? Oder beides? Spätestens in ihrem letzten Jahr vor dem Abschluss stellen sich Schüler diese Fragen. Und auch die Eltern suchen nach dem richtigen Weg für ihre Kinder. Bei dem vierten „Parentum – Eltern- und Schülertag für die Berufswahl“ am Sonnabend, 11. November, im Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG) sollen sie Antworten bekommen.


Von 10 bis 14 Uhr können sich Eltern und Schüler über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren. Acht Vorträge laden zum Zuhören ein, an 23 Ständen stellen sich Unternehmen, Fach- und Hochschulen sowie Beratungsinstitutionen für Gespräche zur Verfügung.

„Im Laufe der letzten Jahre haben wir festgestellt, dass sich das Angebot an möglichen Ausbildungen und Studiengängen vergrößert hat. Damit ist auch das Potenzial, die eigenen Eltern bei der Berufswahl um Rat zu fragen, eingeschränkt worden“, erklärt Jan-Philip Horns, Koordinator für Studien- und Berufsorientierung am SSG. Genau dort setze die Parentum-Messe an: Durch ein breites Angebot an Vorträgen sollen Eltern über neue Entwicklungen und Perspektiven informiert werden. Für die Schüler sei es besonders wichtig, vor Ort mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen. „So können sie sich ohne Umwege direkt über Einstiegschancen und Voraussetzungen informieren.“ Die Kooperation vom Institut für Talententwicklung mit der Agentur für Arbeit und dem SSG lockt neben lokalen Unternehmen wie der Itzehoer Versicherung, dem Klinikum Itzehoe oder den Stadtwerken Steinburg, auch die Fachhochschulen aus Kiel und Wedel sowie die internationale University of Southern Denmark an.

Kerstin Harms, Beraterin für akademische Berufe an der Agentur für Arbeit, hält bei der Messe einen Vortrag unter dem Titel „Abi und ab in die Praxis: Ausbildung mit Mehrwert.“ Sie weiß: „Für viele der über 380 Ausbildungsberufe ist ein Abitur notwendig. Die Anforderungen werden immer anspruchsvoller, Unternehmen suchen nach gut ausgebildeten Fachkräften.“ Doch nicht nur für Unternehmen sei eine Ausbildung nach dem Abitur von Vorteil, auch für die Abiturienten selbst sei dies oft genau der richtige Weg. „Viele wollen aus dem System Schule ausbrechen – das ist Fakt“, sagt Harms und erklärt: „In der Ausbildung sieht man die Praxis und weiß genau, wofür man das macht.“ Auch im Hinblick auf ein späteres Studium könne eine Ausbildung helfen. „Eine Vorausbildung ist auch eine schöne Findung oder Bestätigung für den Berufswunsch. Oft weiß ich danach, ob ich studieren will oder nicht.“ Und auch die Statistiken sprechen laut Harms für diesen Weg: „Wer zuerst eine Ausbildung macht, studiert später erfolgreicher und nimmt das Studium ernster.“

In ihrer Arbeit merke sie , dass das Interesse an Ausbildungsberufen stetig steigt. „Das hängt auch mit der Einführung des G8 (Abitur nach der zwölften Jahrgangsstufe) zusammen. Viele wollen mit 17 Jahren noch nicht zu weit von zu Hause wegziehen und wissen in solch jungem Alter auch noch nicht genau, was sie später werden wollen.“ Vom Parentum-Tag am SSG erhofft sie sich, dass die Eltern ihre Kinder bei dieser Entscheidung begleiten können, denn sie ist sich sicher: „Gut informierte Eltern sind gut informierte Berater.“

(bef, Norddeutsche Rundschau vom 10.11.2017)