Herzlich Willkommen am Sophie Scholl Gymnasium Itzehoe
Schüler werden Autoren – Bücher an Gymnasiasten übergeben
Schüler werden Autoren – Bücher an Gymnasiasten übergeben

„Wir leben in einer von Bildern geprägten Welt“, sagte Magdalena Diodati, Rektorin des Sophie-Scholl-Gymnasiums (SSG) zur Begrüßung. Um so wichtiger sei es, auch mit Sprache Bilder formen zu können. Bilder können die Schüler formen, mit Sprache spielen und Geschichten erzählen – das belegte die Lesung im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Schule eindrucksvoll.


Am SSG wurde der Abschluss des Schreibprojekts „Unsere Welt ist bunt“ des Friedrich-Bödecker-Kreises gefeiert – alle drei Itzehoer Gymnasien gemeinsam. Dieses Projekt wurde erst dank der Finanzierung durch die Robert-Bosch-Stiftung möglich. Elf Schulen aus dem ganzen Land beteiligten sich, in Itzehoe waren im vergangenen Herbst sechs Gruppen an den drei Gymnasien eingebunden. Unter anderem hatte die Autorin und Chamisso-Preisträgerin Que Du Luu mit den Kindern Schreibwerkstätten veranstaltet. „Durch Geschichten kann man Emotionen erfassen und beleuchten. Literatur schreibt nicht vor, sondern erzählt ehrlich von ihnen“, zitierte die Landesvorsitzende des Bödecker-Kreises, Margrit Ehbrecht, die Autorin.

Die Nachfrage nach den Kursen sei groß, auch wenn sie nicht Bestandteil des Lehrplans seien und für die Lehrer zusätzliche Arbeit bedeuteten. Auf Fortbildungen und über das Netzwerk Deutschlehrer wird die Qualität der Workshops weitergetragen. „Ich habe versucht, den Ball rüberzuspielen“, sagte Margrit Ehbrecht. An der AVS hatte eine Lehrerin gute Erfahrungen gemacht, so kam das Projekt zu Nina Drabinski ans SSG, und jetzt ist auch die KKS dabei – 120 Schülerinnen und Schüler. Am SSG sind die drei neunten Klassen beteiligt, an der AVS alle achten Klassen und an der KKS eine Gruppe aus drei Neunten.

Die Beiträge der Teilnehmer werden in einem Buch veröffentlicht. Im PZ erhielten die Jugendlichen jetzt ihr Belegexemplar, musikalisch umrahmt von Jakob Poon am Flügel und Diego Gruetzmacher am Cello. Zudem stellten von jedem Gymnasium zwei Schüler ihren Text vor.

Die Werke waren sehr unterschiedlich, was den Experimental-Charakter des Projekts betonte. Eine Schülerin hatte die Aufgabe, einen Text zu schreiben, bei der jeder Satz inhaltlich einen Aspekt des vorhergehenden fortführen muss. Eine andere sollte einen Text mit vorgegebenen Begriffen entwickeln. Andere haben einfach nur Geschichten erzählt: Bewältigung des Todes des Vaters, der nervige Weg zur Schule oder eine Liebesgeschichte, die zur Zeit der Französischen Revolution spielt.


(ol, Norddeutsche Rundschau vom 1. März 2019)