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Warmer-Pulli-Tag - SSG reduziert Temperatur um ein Grad
Warmer-Pulli-Tag - SSG reduziert Temperatur um ein Grad

Eine von vielen Aktionen für mehr Nachhaltigkeit...


Der Vorwurf ist immer wieder zu hören: Die Schüler nehmen nur an den Fridays-For-Future-Demos teil, um nicht zum Unterricht zu müssen. Um echten Klimaschutz gehe es den Wenigsten. Nicht so am Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG).

„Bei den Demos werden Politiker aufgefordert, endlich etwas zu tun. Wir haben uns aber gefragt, was wir konkret vor Ort tun können. Uns ist es wichtig, aktiv dabei zu sein“, erklärt Barra Arrab, Umweltbeauftragter der SV.

Verbindungslehrer Martin Ludwig hatte von der Aktion eines Warmer-Pulli-Tages an anderen Schulen gehört. Die Idee: Die Raumtemperatur wird um ein Grad reduziert. Das senkt den Energieverbrauch um sieben Prozent, damit auch Kosten und den Ausstoß von Kohlendioxid. Wer friert, möge einen warmen Pullover anziehen.

„Es gab nicht viele Komplikationen, das ist flott durchgelaufen“, freut sich Arrab. Mit Schulleiterin Magdalena Diodati gibt es eine entschiedene Fürsprecherin bei Umweltthemen auch Lehrer und Schulelternbeirat waren voll dabei. „Es ist erstmal nur ein Testtermin“, sagt die Rektorin: „Das müssen wir dann natürlich evaluieren.“ Vermutlich werde aber kaum jemand etwas merken, sodass es eine Dauerlösung werden könnte.

Der erste Warmer-Pulli-Tag ist heute. Da die Heizung nicht gradgenau eingestellt werden kann, wird die Absenkung zum Wochenende bereits am Donnerstag eingeleitet. „Wir müssen testen, welchen Effekt das hat“, sagt Ludwig. Er will zur Sicherheit in Klassenräumen Thermometer aufstellen.

„Weil so viele im T-Shirt rumlaufen, gab es Stimmen, die Temperatur dauerhaft runterzuregeln“, sagt Schülersprecher Lukas Zentgraf. Aber auch er bevorzugt einen Testtag. Seine Erfahrung: „Ich ziehe mich bei Klausuren warm an, habe es aber um den Kopf herum lieber etwas kühl – dann kann ich mich gut konzentrieren.“

Auch über die Aktion hinaus gebe es viel zu tun, sagt Rektorin Diodati. So sollen Plastikdeckel für Getränkebecher aus der Mensa verbannt werden. „Es ist nicht positiv, dass ein T-Shirt 1 Euro kostet“, sagt Diodati. Deshalb schwebt ihr beispielsweise ein Flohmarkt vor, um Nachhaltigkeit im Modebereich deutlich zu machen.

Auch die SV hat weitere Aktionen im Köcher. Die Schülervertreter wollen einen Wettbewerb starten, um Mülltrennung „cooler“ zu machen. Barra Arab: „Als Preis für die fleißigsten Mülltrenner würden wir gerne Privilegien vergeben“ – Ausnahmen vom Handyverbot zum Beispiel. Die Rektorin ist nicht grundsätzlich abgeneigt: „Das muss mit mir noch besprochen werden.“

Sollte die Temperaturabsenkung dauerhaft eingeführt werden, soll beim Kreis als Schulträger gefragt werden, ob zumindest ein Teil der eingesparten Kosten an die Schule zurückfließen kann. Eine Idee für die Verwendung: die Solaranlage auf dem Dach reaktivieren.


(ol, Norddeutsche Rundschau vom 29. März 2019)