Platz für kreativen Unterricht, aber auch für öffentliche Veranstaltungen im geplanten Neubau des Sophie-Scholl-Gymnasiums

 

Große Raumnot droht am Sophie-Scholl-Gymnasium (SSG). Nun ist ein großer Wurf geplant, um sie nicht nur zu verhindern, sondern etwas völlig Neues zu schaffen: ein Gebäude für Kunst, Theater und Musik.
„Kultur(t)Raum“ nennen es SSG-Leiterin Magdalena Diodati und ihr Stellvertreter Daniel Helmholz, die das Konzept entwickelt haben. Der Kreistag hat zugestimmt, „das macht uns froh und stolz“, sagt Diodati. Das Ziel beschreiben sie im Konzept so: „Insgesamt entstehen durch diesen Neubau Möglichkeiten, die es dieser Art in Itzehoe und im Kreisgebiet noch nicht gibt.“
Die Ausgangslage: Stadt und Kreis arbeiten an einer neuen Vereinbarung, mit der das SSG und die Gemeinschaftsschule im Schulzentrum am Lehmwohld räumlich weitgehend getrennt werden. Dadurch gibt das Gymnasium unter anderem zwei Musikräume ab, „wir haben nichts Gleichwertiges“, so Diodati.
Klassenräume müssten umgebaut werden, doch sie reichen jetzt schon nicht, auch der Platz für die zunehmend erforderliche Differenzierung fehlt. Jede Klasse brauche ihren eigenen Raum, gerade Corona habe das gezeigt, sagt Helmholz. „Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir damit zu tun haben.“ Und durch die Umstellung auf G9 werde im Schuljahr 2026/27 ein zusätzlicher Jahrgang das SSG besuchen, ergänzt die Schulleiterin. Eigene Kunsträume hat das Gymnasium ohnehin schon nicht mehr, bei Musik droht das nächste Loch, das relativ junge Fach Darstellendes Spiel hatte noch nie etwas Eigenes. Andererseits: „Der kreative Bereich hat bei uns ein immer stärkeres Gewicht“, sagt Diodati. „Dann brauchen wir aber auch entsprechende Räumlichkeiten.“
Der „Kultur(t)Raum“ soll sie bieten. Mehrere Standorte auf dem Gelände wurden in einer Machbarkeitsstudie untersucht, die Fläche vor dem Haupteingang mit dem leer stehenden Hausmeisterhaus blieb übrig. Vorgesehen ist ein zweigeschossiger Bau mit zwei Kunsträumen im Obergeschoss sowie im Erdgeschoss unter anderem einem Musikraum, einem bisher fehlenden Raum für die Instrumente und vor allem einem großen Saal. Diodatis großer Wunsch ist zudem ein Tonstudio für Schulradio und junge Bands der Region und ein kleines Amphitheater im Außenbereich.
Ein Schwerpunkt solle dabei auch die Öffnung nach außen sein, beispielsweise mit Ausstellungen und Veranstaltungen, betonen die Leiter. Denn die Schule sei kein Selbstzweck, sondern müsse sich in den Dienst der sozialen und kulturellen Entwicklung von Stadt und Kreis stellen. Viele Kooperationen gebe es bereits, diese sollten vertieft und erweitert werden, beispielsweise um Kreismuseum Prinzeßhof, Stadtbibliothek und Volkshochschule.
Der „Kultur(t)Raum“ sei „keine Luxusgeschichte“, sagt Helmholz. Davon konnten die Initiatoren auch die Kreispolitik überzeugen, die die Verwaltung beauftragte, den Bau zu planen. Die Kosten ohne Ausstattung liegen nach einer ersten Architektenschätzung bei 4,3 Millionen Euro, eine Umsetzung bis zum Sommer 2024 wird angepeilt. Die Vorfreude bei Diodati ist groß: „Wenn es verwirklicht ist, sind wir die modernste und am besten ausgestattete Schule in der Stadt.“

 

(Lars Peter Ehrich, Norddeutsche Rundschau vom 30.10 2021)