Unsere Sportler haben diese Woche ganz herausragende Erfolge in unterschiedlichen Sportarten gefeiert.
Die U13 Fußballer haben in Neumünster in einem äußerst spannenden Turnier bereits die Bezirksmeisterschaft errungen und spielen nun am 9.7. um die Landesmeisterschaft.
Auf einer Stufe davor befinden sich die Mixed Beachvolleyballer, die sich in Wilster gegen die Konkurrenz aus Wilster und von der AVS zur Kreismeisterschaft geschmettert haben.
Beim Staffelmarathon auf Helgoland erlebte unser SSG-Team zwei schöne und erlebnisreiche Tage bei bestem Wetter auf Helgoland. Alle waren sich einig: Wir werden alles geben, um uns nächstes Jahr wieder zu qualifizieren!
Die europäischen Werte und die Demokratie auf unserem Kontinent stehen vor großen Herausforderungen. Dieses Spannungsfeld bietet eine wichtige Chance, da gerade junge Menschen durch ihr Engagement und Verständnis zu einem positiven Wandel beitragen können.
Um einen offenen Austausch zu fördern, bot das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (SH) im Rahmen des EU-Projekttages 2025 eine Vermittlung von Politikerinnen und Politikern an unsere Schule an, die vor Ort mit den Schülerinnen und Schülern über politische Themen ins Gespräch kommen sollten. Ziel war es, diese Themen greifbar zu machen und die Bedeutung demokratischer Werte altersgerecht zu vermitteln.
Daraufhin organisierte die 11d am 2. Juni 2025 eine Frage-Antwort-Stunde mit dem Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich (CDU) und dem Landtagsabgeordneten Malte Krüger (Grüne). Sowohl die Moderatoren und Moderatorinnen auf der Bühne als auch die Zuschauer im Plenum bekamen die Möglichkeit, zu verschiedensten Politikbereichen ihre Fragen zu stellen: Es ging dabei in erster Linie um die Realitäten, die die Schüler direkt betreffen, wie die geplante Kürzung des WIPO-Oberstufen-Unterrichts in SH, die angebahnte Wehrpflicht, den schleppenden Wohnungsausbau und die schwache Infrastruktur im öffentlichen Verkehr. Aber auch allgemeine Fragen durften gestellt werden, z. B.: Wie weit darf die CDU auf Kompromisse eingehen, ohne ihr konservatives Profil zu verlieren? An anderer Stelle wurde der Widerspruch zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in SH und dem Umweltschutz und den Interessen der Bauern diskutiert. Die Veranstaltung war sehr informativ und stieß auf große Resonanz bei den Schülern.
Bild 1: Die Gäste wurden von der Schulleiterin Frau Diodati begrüßt.
Wenn wir uns in Deutschland, Europa und der Welt umschauen, ist schnell ersichtlich, dass es Demokratien zur Zeit schwer haben und autoritäre Regime ihren Einfluss mehren. Wie sicher ist unsere Demokratie in Deutschland und Europa noch? Eine Frage, die einen wesentlichen Teil des Geschichtsunterrichts, aber auch des alltäglichen Daseins mehr denn je prägt. Also war es für mich an der Zeit, sich mit Gleichgesinnten auf Spurensuche in der Wiege der Demokratie bis heute hin zu machen. Dafür suchte ich mir die Erasmus-Fortbildung in Athen aus, die sowohl einen Blick auf verschiedene Phasen der Geschichte des Landes als auch in die Gegenwart warf und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in den Blick nahm.
Mit sechs Teilnehmerinnen aus Deutschland und Österreich sowie unter der Leitung von Petra und Nano durchliefen wir vom 16. bis 20. Juni 2025 ein vielfältiges Programm an historischen und aktuellen Orten, setzten uns mit den Schwierigkeiten, den Wert von Demokratie an Kinder und Jugendliche zu vermitteln, auseinander und tauschten uns über unsere Erfahrungen aus – auch über das reguläre Programm hinaus bei gemeinsamen Abenden unter athenischen Himmel.
Los ging es mit dem Besuch der Pnyx, dem Versammlungsort der attischen Volksversammlung. Nano als studierte Fremdenführerin, die insbesondere mit Kinder- und Jugendgruppen arbeitet, führte uns in die Entstehung der Demokratie ein. Ein besonderer Moment war es, eine Tonscherbe zu suchen und zu finden, den Worten der damaligen, attischen Politikern zu lauschen, die Nano verlas, und sich vorzustellen, wie die Redner von der Rostra aus den mindestens 6000 versammelten Menschen ihre Vorschläge unterbreiteten. Über einen Schlagwort-Vergleich zur Demokratie damals und heute stellten wir uns auf eine Woche spannender Inhalte und Diskussionen ein. Dieser Auftakt wurde durch den Besuch des griechischen Parlaments im alten Königspalast, dem Tagungsort in Athen, untermauert. Auch wenn wir den Inhalt der Anhörungsstunde im Parlament nicht verstehen konnte, war das Vorgehen und Gebaren der anwesenden Politikern doch sehr interessant und führte zu vielen Fragen und Antworten zur aktuellen Parteien- und politischen Lage in Griechenland.
Am Dienstag begaben wir uns zur Polytechnischen Hochschule in Athen. Dort fand 1973 ein Aufstand von Studenten statt, die das Ende der Militärdiktatur forderten und dieses – je nachdem, wen man fragt – maßgeblich vorantrieben. Anders als vielleicht zu erwarten, ist dieser Tag aber kein Feiertag, sondern wird vor allem von linken politischen Kräften als Erinnerungstag zelebriert, an dem Teile der Bevölkerung demonstrieren und Nelken niederlegen. Sich damit zu beschäftigen, dass Menschen sich unter Einsatz ihres Lebens gegen ein Unrechtsregime stellten, war bedrückend. Für uns heute ist es kaum greifbar, was es heißt, in Unfreiheit zu leben. Umso wichtiger war es, unsere Emotionen zuzulassen und aufzufangen. Dies haben wir durch das Hören politischer Liedern und einem persönlichen Schreibgespräch verarbeitet. An diesem Tag wurde einmal mehr deutlich, wie sehr es in der Geschichte immer um die Deutungshoheit über bestimmte Ereignisse geht und wie wichtig Aufarbeitung ist.
Am Mittwoch machten wir uns auf dem Weg zu einer Grundschule. Obwohl die Ferien bereits in Athen begonnen hatten, empfing uns das Kollegium mit offenen Armen. Wir tauschten uns über demokratische Partizipationsmöglichkeiten in der Schule aus. Dabei ging es sowohl um die strukturelle Einbindung von Schülerinnen und Schülern, zum Beispiel im Klassenrat oder einer SV, über organisatorische Möglichkeiten der Klassenraumgestaltung bis hin zu methodischen Überlegungen und Öffnung des Unterrichts. Insgesamt entwickelte sich ein lebhafter Austausch über beide Schulsysteme und die Unterrichtspraxis. In vielen Punkten scheinen wir in Deutschland schon weiter zu sein. Dies mag mit der erschreckenden Erkenntnis zu tun haben, dass die Wahl des Studiums und des Berufes in Griechenland nicht immer freiwillig geschieht, sondern auf dem Punkteschnitt in der zentralen Abiturprüfung beruht, als auch mit der deutlich geringeren Bereitstellung finanzieller Mittel für die Ausstattung der Schulen und für die Lehrerfortbildung. Dennoch fehlte es den Lehrkräften nicht an Leidenschaft und Kreativität, das Beste für Ihre Schülerinnen und Schüler herauszuholen.
Donnerstag begann mit einem Kunst-Workshop: Malen ohne Vorgabe mit Acrylfarben in unserem Seminarraum. Die Herausforderung war enorm, der Spaß und die Unterschiedlichkeit der entstandenen Werke noch viel größer. Wir sind es gewohnt, immer genaue Vorgaben zu haben, einen Plan zu erfüllen oder ein Lernziel zu erreichen. Aber was, wenn es das nicht gibt? Kreativität als Problemlösestrategie, die uns alle gleich macht. Dies war eine schöne Erfahrung.
Danach ging es nach Exarchia, einem Stadtteil, der stark studentisch und autonom geprägt ist und auch Ausgangspunkt vieler regierungskritischer Demonstrationen war und ist. Das Stadtbild wird hier durch viele kleinere Straßen, alternative Bars und Cafés sowie Szenetreffs geprägt. Besonders prägnant ist die überall präsente Graffiti-Kunst – von Wände füllenden Kunstwerken über Parolen bis hin zu kleinen Tags. Unser Auftrag war es, eine Präsentation über die Graffiti zu erstellen, so dass wir uns auf unterschiedlichste Weise mit der politischen und künstlerischen Dimension von Graffiti und Partizipation kritisch auseinandersetzen konnten.
Mit Freitag stand uns ein Tag zur freien Ausgestaltung zur Verfügung. Aber wie eine Entscheidung treffen? Selbst zu sechst ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Es war spannend, die Gruppenprozesse und Entscheidungsfindung, die wir oftmals als selbstverständlich bei unseren Schülerinnen und Schülern voraussetzen, einmal wieder selbst durchspielen zu müssen und auch noch wieder einige neue Erkenntnisse zu erlangen. Und so ging es dann am Freitag früh noch einmal ins antike Zentrum auf die Agora, quasi dorthin wo in der Antike, aber auch für uns vor fünf Tagen alles begann. Da wir -wie meist- jeden Programmpunkt auskosteten, strichen wir das im Anschluss geplante Museum und bereiteten uns auf die Abschlussreflektion am Nachmittag vor. Diese ließ uns die vergangene Woche noch einmal in Form einer Zugreise durchleben, um anschließend die Wochentag-Waggons mit allen möglichen eigenen Produkten der Woche, Kommentaren in Wort und Bild oder Accessoires zu füllen. Ein aktivierende und kommunikative Methode, die verschiedensten Aktivitäten und Ereignisse der Woche noch einmal Revue passieren zu lassen. Danach machten wir uns auf dem Weg ins Plaka-Viertel, wo wir uns am Sonntag zuvor alle das erste Mal auf Einladung Petras hin beim gemeinsamen Essen kennengelernt hatten und nun unseren Abschluss nahmen.
Eine Woche voller Herzlichkeit, spannender Gespräche, Nachdenklichkeit und einem Potpourri an Inhalten, Methoden und Aktivitäten lag hinter uns. Diese Erasmus-Fortbildung war eine prägende und lohnende Erfahrung. Der gemeinsame Austausch mit den Teilnehmerinnen aus Deutschland, Österreich und Griechenland und die Debatten zu Partizipation und Demokratielernen mit Blick auf unsere tägliche Arbeit in Schule bereicherten die Fortbildung ungemein und entließ mich gestärkt mit dem Gefühl, das richtige zu tun und nicht allein dazustehen. Es ermutigte und bestärkte mich in meinem Tun, jungen Menschen Teilhabe zu ermöglichen und als Vorbild zu agieren – im ganz kleinen Mikrokosmus unseres Alltags wie auch im europäischen Miteinander. Denn: Nur gemeinsam sind wir stark, stark für die Demokratie! – Fa
Im Rahmen des Erasmus-Programms hatte ich die Möglichkeit, eine Woche lang an einer spanischen Schule in Salamanca zu hospitieren. Mein thematischer Schwerpunkt lag dabei in der spanischen Erinnerungskultur.
Das Collegio Venancio-Blanco ist am ehesten mit einer deutschen Berufsschule zu vergleichen. Die Schule ist mit 1200 Schülerinnen und Schülern und über 100 Lehrkräften deutlich größer als das SSG und liegt in einem eher sozial schwachen Vorort Salamancas, die Schülerinnen und Schüler kommen aber aus dem gesamten Stadtgebiet.
Salamanca selbst ist eine altehrwürdige Universitätsstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, die Altstadt ist zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Dominiert wird die Stadtsilhouette von einem prächtigen Kathedralbau aus der Gotik. Die Universität ist eine der ältesten Europas.
Vormittags habe ich bei unterschiedlichen Lehrkräften im Unterricht hospitiert, vornehmlich in Kunstgeschichte, Literatur und vor allem in Geschichte. In einigen Stunden war die Unterrichtssprache Englisch, in den meisten aber Spanisch – so war es ein großer Vorteil, dass ich wenigstens ein bisschen Spanisch kann und so immerhin erahnen konnte, worum es ging. Nachmittags gab es verschiedene Termine: einen von einem Universitätsprofessor geführten Rundgang durch Salamanca mit dem Schwerpunkt der Franco-Diktatur, einen Besuch in einem städtischen Archiv und eine Exkursion zu der ehemaligen Grabstätte Francos.
Wie ist es nun um die kritische Auseinandersetzung mit der Franco-Dikatatur in Spanien bestellt? Die Antwort fällt aus deutscher Perspektive doch recht ernüchternd aus.
Fangen wir mit dem Unterricht an. In der Oberstufe im Geschichtsunterricht wird die Franco-Diktatur nach Auskunft der Kolleginnen drei bis fünf Wochen lang behandelt, variierend je nach Lehrkraft. In dem aktuellen Oberstufenbuch für Geschichte umfasst die Franco-Zeit – die immerhin fast vier Jahrzehnte anhielt – lediglich 16 Seiten. Wenn Lehrkräfte die Franco-Diktatur in einem positiven Licht erscheinen lassen – was durchaus vorkommt – , drohen Ihnen keinerlei Sanktionen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem Umgang mit den baulichen Hinterlassenschaften der Franco-Diktatur in Salamanca. Die Stadt war während des Spanischen Bürgerkriegs zeitweilig Sitz von General Franco; von hier aus befehligte er seine Truppen. An dem Haus, in dem Franco residierte, hängt bis heute eine steinerne Tafel, auf der steht: „Aqui vivio y dirigio nuestra cruzada nacional el caudillo Franco.“ Die Tafel wurde bis heute weder entfernt noch kritisch kommentiert.
Ein weiteres Beispiel: Der zentrale Platz Salamancas ist wie in so vielen spanischen Städten eine überaus prächtig Plaza Mayor. An den Gebäuden ringsum gibt es einen durchgängigen Fries, in dem in Medaillons die Heldengestalten der spanischen Geschichte abgebildet sind. Bis vor kurzem dabei: Franco. Erst 2019 wurde sein Konterfei entfernt, der Platz ist jetzt leer. Eine Kommentierung gibt es auch hier nicht; dem Fremden erschließt sich der leere Platz nicht. Insgesamt wurden in Salamanca nur wenige Hinterlassenschaften der Franco-Diktatur entfernt (obwohl ein Gesetz dies eigentlich verlangt!), selten werden sie kommentiert, meistens hängen sie noch wie selbstverständlich da.
In Salamanca gibt es wie in vielen anderen spanischen Städten ein Archiv, in denen Akten aus der Franco-Diktatur aufbewahrt werden. Opfer können sich hier über ihre Leidensgeschichte oder die ihrer Verwandten informieren. Aber auch bei diesem Thema ein zwiespältiges Bild: während die Opfer eine Entschädigung bekommen können, haben die Täter eine generelle Amnestie erhalten. Es ist also nicht mehr möglich, ihrer gerichtlich habhaft zu werden.
Ein letztes, besonders krasses Beispiel ist das Valle de los Caidos. Dieser überaus gruselige Ort befindet sich in den im Winter verschneiten Bergen, ungefähr auf halber Höhe zwischen Madrid und Salamanca. Errichtet wurde dieser „Helden-Gedenkort“ für die Gefallenen des spanischen Bürgerkriegs schon während der Franco-Diktatur. Zwangsarbeiter wühlten eine gigantische unterirdische Höhlenkirche in einen Berg, zugänglich von zwei Seiten, gerahmt von typisch faschistischer Monumental-Architektur mit christlichen Elementen wie einem riesigen Kreuz. Nach seinem Tod wurde Franco hier ebenfalls bestattet, in den Jahrzehnten danach war es eine Pilgerstätte für Franco-Fans. Erst 2019 wurde dem Spuk ein Ende bereitet und Franco auf einen Madrider Friedhof umgebettet. Doch was nun? Die Opfer der Diktatur hätten gern einen Gedenkort gehabt, dafür gab es jedoch keine Mehrheiten. Und weil man sich letztlich nicht einigen konnte, hat man das Valle de los Caidos offiziell zum „unpolitischen Ort“ erklärt, politische Kundgebungen welcher Richtung auch immer sind nun nicht mehr statthaft. Aber was machen jetzt die heimatlosen Franco-Fans? Sie feiern einfach einen Gottesdienst! Denn in der unterirdischen Kirche werden nach wie vor regelmäßig Gottesdienste abgehalten. Ich fragte meine spanischen Kollegen: in jedem spanischen Dorf gibt es eine Kirche, warum fährt man also ausgerechnet weit draußen an diesen kalten, seltsamen Ort und betet in einer gruseligen Höhlenkirche? Nun, die Antwort war eindeutig: es sind als Gottesdienste getarnte Huldigungen Francos. Hinterher kann man dann nebenan in einem edlen Restaurant gepflegt speisen und über die gute alte Zeit sinnieren. Einen Shop mit Devotionalien gibt es natürlich auch noch. Irgendeinen Hinweis auf die Geschichte des Ortes geschweige denn ein Museum sucht der Besucher hingegen vergeblich.
Bedenken muss man bei alledem, dass die Franco-Diktatur nicht wie die NS-Zeit in Deutschland schon acht Jahrzehnte, sondern erst fünfzig Jahre her ist. Es gibt also noch viele unmittelbar Involvierte. Vielleicht ist die Situation wie im Deutschland der 50er oder 60er Jahre: weil es keinen gesellschaftlichen Konsens gibt, schweigt man lieber und versucht das Thema zu vermeiden. Und unumstritten ist die deutsche Erinnerungskultur in Deutschland ja auch nicht mehr: für die AfD ist die NS-Zeit lediglich ein „Fliegenschiss“ (A. Gauland) und das Holocaust-Mahnmal ein „Denkmal der Schande“ (B. Höcke).