Erasmus+ Lehrerfortbildung in der „Ewigen Stadt“

Artificial Intelligence for Education: Exploring the Frontiers of ICT. Eine Woche in der “Ewigen Stadt”

Anfang November machte sich eine recht bunte Truppe auf den Weg, um im Rahmen einer Erasmus+-Fortbildung in Rom die neuesten Entwicklungen und Grenzen künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich zu erforschen. Zur internationalen Gruppe gehörten eine Universitätsprofessorin aus Slowenien, zwei Berufsschullehrerinnen aus Österreich, ein Lehrer an einer Sprachschule für Erwachsene aus Spanien, ein Grundschullehrer aus Ungarn eine Gemeinschaftsschullehrerin aus Belgien und eben ich.

Nach einer Kennenlernrunde und der Vorstellung der Schulen der TeilnehmerInnen am ersten Tag startete der Dozent am Dienstag mit einer kurzen Definition des Begriffs KI und gab einen ausführlichen historischen Überblick über dessen Entwicklungsgeschichte. Besonders interessant fand ich in diesem Zusammenhang, dass der Begriff „künstliche Intelligenz“ bereits in den 1950er Jahren benutzt wurde, also keineswegs, wie ich immer gedacht hatte, ein relativ junges Forschungsfeld sei. Der Dozent erläuterte außerdem recht anschaulich, warum in dem Forschungsfeld KI insbesondere in den letzten fünf Jahren Quantensprünge gemacht worden sind und warum diese viele Menschen verunsichern. Er schloss den interessanten Theorieteil mit einem Fazit, welches sich die nächsten Tage wie ein roter Faden durch die Inhalte der Fortbildung ziehen sollte: Künstliche Intelligenz kann und wird das menschliche Denken nicht ersetzen, es kann aber ein sehr, sehr nützliches Werkzeug sein, wenn man denn weiß, wie man damit umzugehen hat.

Nachdem nun die theoretische Grundlage gelegt worden war, beschäftigten wir uns am Mittwoch zunächst mit Studien zum Thema „AI in Education“. Diese Studien unterstrichen, dass ein immer größer werdender Anteil der älteren Schülerinnen und Schüler in der EU generative KI für schulische Zwecke fast täglich – allerdings häufig sehr unkritisch – nutzt. Um die Kompetenz im Umgang mit KI zu schulen, lernten wir anschließend Wege kennen, wie man KI im Unterricht und in der Schule effektiv nutzen kann, wie man die SchülerInnen und Schüler über die Funktionsweise von LLM (Large Language Models) wie z.B. ChatGPT informiert und wie man ihnen einen sinnvollen Umgang damit beibringen kann.

Am Donnerstag und Freitag tauschten wir uns über die ethischen Bedenken, Probleme und Risiken bei der Nutzung von künstlichen Intelligenzen im Bildungsbereich aus.  Natürlich sahen wir aus LehrerInnenperspektive vor allem die Möglichkeit des „Schummels“, also KI-generierte Inhalte als seine eigenen auszugeben, als ein immer stärker werdendes Problem an, für das bereits unterschiedliche Lösungswege erprobt werden. So berichtete der spanische Kollege davon, dass die Schülerinnen und Schüler an seiner Schule den Testraum erst bei einer Klausurlänge von über 90 Minuten für einen Toilettengang verlassen dürfen; die slowenische Professorin berichtete darüber, dass an ihrer Universität gerade erst zwei Vollzeitstellen geschaffen worden seien, um Hausarbeiten auf unerlaubte und exzessive KI-Nutzung zu prüfen.

Für mich persönlich nehme ich aus dieser Woche sehr viele wertvolle Anregungen für meinen Unterricht mit. Ich bin insbesondere gespannt, wie sich die vorgestellten Tools tatsächlich im Unterrichtsalltag einsetzen lassen. Sk

Erasmus+ Lehrerfortbildung in Rom, Italien

Über welche Kompetenzen sollten Lehrkräfte und Lernende im 21. Jahrhundert verfügen? Dies war die Frage, welche die 11 Lehrkräfte aus 7 europäischen Ländern eine Woche in Rom während einer einwöchigen Lehrerfortbildung beschäftigte. Zu welchen Erkenntnissen die Kursteilnehmer gelangten, soll der kurze Erlebnisbericht vermitteln.

Am Montag, den 18.11.2025, traf sich die bunte Truppe aus Grundschul- und Gymnasiallehrkräften erstmal im Mini-Klassenraum in der Via de la Coronata in Rom. Die Teilnehmer lernten sich schnell besser kennen. Dabei halfen die kurzen Präsentationen, welche wir vorbereitet hatten und in denen sie ihre Schulen und Bildungssystem vorstellten.

An den folgenden Tagen erlebten wir einen Unterricht, bei dem sich jeweils Phasen des Inputs und der praktischen Tätigkeit abwechselten. Die Leiterin Chrissy verstand es, ihre Vorträge durch praktische Beispiele und kleine Spiele aufzulockern. Die Stimmung der Kursteilnehmer war dadurch stets gut und wir waren immer wieder überrascht, wenn sich der Schultag gegen 13.30 Uhr dem Ende näherte.

Die erste Übung an Tag 2 veranschaulichte schnell, dass die Kursteilnehmer aus Polen, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Belgien, Deutschland und der Türkei in etwa ähnliche Vorstellung davon hatten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten Schüler im 21. Jahrhundert benötigten. In der Forschung werden dabei immer wieder vier Begriffe genannt: Kommunikation, Kollaboration (Zusammenarbeit), Kreativität und kritisches Denken. Um diese vier Problemfelder sowie um Methoden und digitale Tools, mit denen diese Kompetenzen trainiert werden können, drehte sich dann die verbleibende Zeit.

Die Kursdauer von fünf Tagen musste am Ende viel zu kurz sein, um diese vier Kompetenzbereiche ausführlich thematisieren zu können. Einige Kursteilnehmer waren deshalb im Rückblick auch etwas enttäuscht von der Menge an vermitteltem Wissen. Ich kann nicht sagen, ob ich mich diesem Urteil anschließen würde: In meinen Augen behandelte die Kursleiterin das 4K-Modell eher exemplarisch und suchte gezielt nach Möglichkeiten, die Interaktion der Teilnehmer anzuregen. So legte sie in der Behandlung des Themas der digitalen Kompetenz (Digital, Media and Data Literacy) beispielsweise die Schwerpunkte auf die lebensweltliche Relevanz des Themas und die praktische Zusammenarbeit der Teilnehmer in einer vertiefenden Übung.

Die Meinungen zur fachlichen Vermittlung gingen somit am Ende etwas auseinander. „Europäische Einigkeit“ bestand aber darin, dass aus einzelnen Teilnehmenden am Ende ein Team geworden war, welches vertrauensvoll und produktiv zusammenarbeiten konnte. Wir hatten einen Kurs erlebt, der sich durch methodische Vielfalt, hohe Aktivierung der Lernenden sowie überraschende Übungen und Spiele auszeichnete. Er weckte bei allen Teilnehmern ein neues Interesse daran, gemeinsam mit- und voneinander im europäischen Haus zu lernen. Kg