Über welche Kompetenzen sollten Lehrkräfte und Lernende im 21. Jahrhundert verfügen? Dies war die Frage, welche die 11 Lehrkräfte aus 7 europäischen Ländern eine Woche in Rom während einer einwöchigen Lehrerfortbildung beschäftigte. Zu welchen Erkenntnissen die Kursteilnehmer gelangten, soll der kurze Erlebnisbericht vermitteln.
Am Montag, den 18.11.2025, traf sich die bunte Truppe aus Grundschul- und Gymnasiallehrkräften erstmal im Mini-Klassenraum in der Via de la Coronata in Rom. Die Teilnehmer lernten sich schnell besser kennen. Dabei halfen die kurzen Präsentationen, welche wir vorbereitet hatten und in denen sie ihre Schulen und Bildungssystem vorstellten.

An den folgenden Tagen erlebten wir einen Unterricht, bei dem sich jeweils Phasen des Inputs und der praktischen Tätigkeit abwechselten. Die Leiterin Chrissy verstand es, ihre Vorträge durch praktische Beispiele und kleine Spiele aufzulockern. Die Stimmung der Kursteilnehmer war dadurch stets gut und wir waren immer wieder überrascht, wenn sich der Schultag gegen 13.30 Uhr dem Ende näherte.
Die erste Übung an Tag 2 veranschaulichte schnell, dass die Kursteilnehmer aus Polen, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Belgien, Deutschland und der Türkei in etwa ähnliche Vorstellung davon hatten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten Schüler im 21. Jahrhundert benötigten. In der Forschung werden dabei immer wieder vier Begriffe genannt: Kommunikation, Kollaboration (Zusammenarbeit), Kreativität und kritisches Denken. Um diese vier Problemfelder sowie um Methoden und digitale Tools, mit denen diese Kompetenzen trainiert werden können, drehte sich dann die verbleibende Zeit.

Die Kursdauer von fünf Tagen musste am Ende viel zu kurz sein, um diese vier Kompetenzbereiche ausführlich thematisieren zu können. Einige Kursteilnehmer waren deshalb im Rückblick auch etwas enttäuscht von der Menge an vermitteltem Wissen. Ich kann nicht sagen, ob ich mich diesem Urteil anschließen würde: In meinen Augen behandelte die Kursleiterin das 4K-Modell eher exemplarisch und suchte gezielt nach Möglichkeiten, die Interaktion der Teilnehmer anzuregen. So legte sie in der Behandlung des Themas der digitalen Kompetenz (Digital, Media and Data Literacy) beispielsweise die Schwerpunkte auf die lebensweltliche Relevanz des Themas und die praktische Zusammenarbeit der Teilnehmer in einer vertiefenden Übung.
Die Meinungen zur fachlichen Vermittlung gingen somit am Ende etwas auseinander. „Europäische Einigkeit“ bestand aber darin, dass aus einzelnen Teilnehmenden am Ende ein Team geworden war, welches vertrauensvoll und produktiv zusammenarbeiten konnte. Wir hatten einen Kurs erlebt, der sich durch methodische Vielfalt, hohe Aktivierung der Lernenden sowie überraschende Übungen und Spiele auszeichnete. Er weckte bei allen Teilnehmern ein neues Interesse daran, gemeinsam mit- und voneinander im europäischen Haus zu lernen. Kg