Projektjahr 2024/25
Es folgen die aktuellen Erfahrungsberichte mit den Eindrücken der Teilnehmenden an Erasmus+ Mobilitäten. Diese Mobilitäten sind die Maßnahmen, mit denen das Sophie-Scholl-Gymnasium versucht, die Ziele zu verwirklichen, welche sie sich im Erasmus+ Plan gesetzt hat.
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Zu Gast bei Freunden – Erasmus+ Projekttreffen am Sophie-Scholl-Gymnasium

Vom 27.11. bis 03.12.2025 erlebte die Schulgemeinschaft des Sophie-Scholl-Gymnasiums den Besuch von 25 Schülerinnen und Schülern unserer zwei Partnerschulen in Bologna, Italien. Die jungen Gäste wurden dabei von fünf Lehrkräften begleitet.
Es handelte sich hier um die erste persönliche Begegnung der jungen Projektteilnehmenden – den Schülerinnen und Schüler der 8a und ihrer italienischen Austauschpartner. Aber während des abwechlungsreichen Programms fanden sie schnell Gelegenheit einander besser kennenzulernen.
Unsere Gäste konnten im Verlauf ihres Besuchs nicht nur typisch norddeutsche Weihnachtsatmosphäre schnuppern: So erlebten sie den Weihnachtsbasar unserer Schule am 28.11. oder erkundeten das vorweihnachtliche Lebensgefühl während ihrer Stadtrundgänge durch Itzehoe und Hamburg. Auch inhaltlich hatte das Besucherprogramm einiges Spannende zu bieten: Gemeinsam mit ihren deutschen Partnern erlebten unsere Gäste typischen Unterricht an unserer Schule. Im Rahmen von Workshop vermittelten die Teilnehmenden einander neues Wissen im Deutschen und Italienischen. Sie diskutierten über europäische Werte und Demokratie oder erklärten einander, wie man StopMotion Filme herstellt und das alles auf Englisch!
Ein Highlight für alle Teilnehmenden waren dabei vielleicht die gemeinsame Hafenrundfahrt in Hamburg, der Besuch des Miniaturwunderlands oder der Workshop zu beliebten Kinderspielen.
So konnten die jungen Gäste zwischen Weihnachtsstollen, Tannenzweigen und Lichterketten sehr viel Neues über das Leben und Lernen in Itzehoe und Umgebung erfahren. Die Mühen der vielen beteiligten Lehrkräfte aus Deutschland und Italien zahlten sich also voll aus. Aber nicht zuletzt aufgrund des herzliches Empfangs und der tollen Zeit in den Gastfamilien traten viele von unseren jungen Besuchern schweren Herzens und mit feuchten Augen am Morgen des 02.12.2025 die Zugreise nach Bologna an. Der Gegenbesuch folgt dann Ende Februar 2026. Kg
Zwei Teilnehmer haben ihre Erfahrungen in einem kurzen Bericht auf Englisch niedergeschrieben. Wir haben sie durch KI einsprechen lassen:
Bericht 1
Bericht 2
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Erasmus+ Lehrerfortbildung in der „Ewigen Stadt“

Artificial Intelligence for Education: Exploring the Frontiers of ICT. Eine Woche in der “Ewigen Stadt”
Anfang November machte sich eine recht bunte Truppe auf den Weg, um im Rahmen einer Erasmus+-Fortbildung in Rom die neuesten Entwicklungen und Grenzen künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich zu erforschen. Zur internationalen Gruppe gehörten eine Universitätsprofessorin aus Slowenien, zwei Berufsschullehrerinnen aus Österreich, ein Lehrer an einer Sprachschule für Erwachsene aus Spanien, ein Grundschullehrer aus Ungarn eine Gemeinschaftsschullehrerin aus Belgien und eben ich.
Nach einer Kennenlernrunde und der Vorstellung der Schulen der TeilnehmerInnen am ersten Tag startete der Dozent am Dienstag mit einer kurzen Definition des Begriffs KI und gab einen ausführlichen historischen Überblick über dessen Entwicklungsgeschichte. Besonders interessant fand ich in diesem Zusammenhang, dass der Begriff „künstliche Intelligenz“ bereits in den 1950er Jahren benutzt wurde, also keineswegs, wie ich immer gedacht hatte, ein relativ junges Forschungsfeld sei. Der Dozent erläuterte außerdem recht anschaulich, warum in dem Forschungsfeld KI insbesondere in den letzten fünf Jahren Quantensprünge gemacht worden sind und warum diese viele Menschen verunsichern. Er schloss den interessanten Theorieteil mit einem Fazit, welches sich die nächsten Tage wie ein roter Faden durch die Inhalte der Fortbildung ziehen sollte: Künstliche Intelligenz kann und wird das menschliche Denken nicht ersetzen, es kann aber ein sehr, sehr nützliches Werkzeug sein, wenn man denn weiß, wie man damit umzugehen hat.
Nachdem nun die theoretische Grundlage gelegt worden war, beschäftigten wir uns am Mittwoch zunächst mit Studien zum Thema „AI in Education“. Diese Studien unterstrichen, dass ein immer größer werdender Anteil der älteren Schülerinnen und Schüler in der EU generative KI für schulische Zwecke fast täglich – allerdings häufig sehr unkritisch – nutzt. Um die Kompetenz im Umgang mit KI zu schulen, lernten wir anschließend Wege kennen, wie man KI im Unterricht und in der Schule effektiv nutzen kann, wie man die SchülerInnen und Schüler über die Funktionsweise von LLM (Large Language Models) wie z.B. ChatGPT informiert und wie man ihnen einen sinnvollen Umgang damit beibringen kann.
Am Donnerstag und Freitag tauschten wir uns über die ethischen Bedenken, Probleme und Risiken bei der Nutzung von künstlichen Intelligenzen im Bildungsbereich aus. Natürlich sahen wir aus LehrerInnenperspektive vor allem die Möglichkeit des „Schummels“, also KI-generierte Inhalte als seine eigenen auszugeben, als ein immer stärker werdendes Problem an, für das bereits unterschiedliche Lösungswege erprobt werden. So berichtete der spanische Kollege davon, dass die Schülerinnen und Schüler an seiner Schule den Testraum erst bei einer Klausurlänge von über 90 Minuten für einen Toilettengang verlassen dürfen; die slowenische Professorin berichtete darüber, dass an ihrer Universität gerade erst zwei Vollzeitstellen geschaffen worden seien, um Hausarbeiten auf unerlaubte und exzessive KI-Nutzung zu prüfen.
Für mich persönlich nehme ich aus dieser Woche sehr viele wertvolle Anregungen für meinen Unterricht mit. Ich bin insbesondere gespannt, wie sich die vorgestellten Tools tatsächlich im Unterrichtsalltag einsetzen lassen. Sk
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Erasmus+ Lehrerfortbildung in Rom, Italien

Über welche Kompetenzen sollten Lehrkräfte und Lernende im 21. Jahrhundert verfügen? Dies war die Frage, welche die 11 Lehrkräfte aus 7 europäischen Ländern eine Woche in Rom während einer einwöchigen Lehrerfortbildung beschäftigte. Zu welchen Erkenntnissen die Kursteilnehmer gelangten, soll der kurze Erlebnisbericht vermitteln.
Am Montag, den 18.11.2025, traf sich die bunte Truppe aus Grundschul- und Gymnasiallehrkräften erstmal im Mini-Klassenraum in der Via de la Coronata in Rom. Die Teilnehmer lernten sich schnell besser kennen. Dabei halfen die kurzen Präsentationen, welche wir vorbereitet hatten und in denen sie ihre Schulen und Bildungssystem vorstellten.

An den folgenden Tagen erlebten wir einen Unterricht, bei dem sich jeweils Phasen des Inputs und der praktischen Tätigkeit abwechselten. Die Leiterin Chrissy verstand es, ihre Vorträge durch praktische Beispiele und kleine Spiele aufzulockern. Die Stimmung der Kursteilnehmer war dadurch stets gut und wir waren immer wieder überrascht, wenn sich der Schultag gegen 13.30 Uhr dem Ende näherte.
Die erste Übung an Tag 2 veranschaulichte schnell, dass die Kursteilnehmer aus Polen, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Belgien, Deutschland und der Türkei in etwa ähnliche Vorstellung davon hatten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten Schüler im 21. Jahrhundert benötigten. In der Forschung werden dabei immer wieder vier Begriffe genannt: Kommunikation, Kollaboration (Zusammenarbeit), Kreativität und kritisches Denken. Um diese vier Problemfelder sowie um Methoden und digitale Tools, mit denen diese Kompetenzen trainiert werden können, drehte sich dann die verbleibende Zeit.

Die Kursdauer von fünf Tagen musste am Ende viel zu kurz sein, um diese vier Kompetenzbereiche ausführlich thematisieren zu können. Einige Kursteilnehmer waren deshalb im Rückblick auch etwas enttäuscht von der Menge an vermitteltem Wissen. Ich kann nicht sagen, ob ich mich diesem Urteil anschließen würde: In meinen Augen behandelte die Kursleiterin das 4K-Modell eher exemplarisch und suchte gezielt nach Möglichkeiten, die Interaktion der Teilnehmer anzuregen. So legte sie in der Behandlung des Themas der digitalen Kompetenz (Digital, Media and Data Literacy) beispielsweise die Schwerpunkte auf die lebensweltliche Relevanz des Themas und die praktische Zusammenarbeit der Teilnehmer in einer vertiefenden Übung.
Die Meinungen zur fachlichen Vermittlung gingen somit am Ende etwas auseinander. „Europäische Einigkeit“ bestand aber darin, dass aus einzelnen Teilnehmenden am Ende ein Team geworden war, welches vertrauensvoll und produktiv zusammenarbeiten konnte. Wir hatten einen Kurs erlebt, der sich durch methodische Vielfalt, hohe Aktivierung der Lernenden sowie überraschende Übungen und Spiele auszeichnete. Er weckte bei allen Teilnehmern ein neues Interesse daran, gemeinsam mit- und voneinander im europäischen Haus zu lernen. Kg
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Spanische Schülergruppe am Sophie-Scholl-Gymnasium

Einen gelungenen Auftakt erlebte das Schüleraustauschprojekt der Lateiner der 8b mit Schülerinnen und Schülern der spanischen Schule IES Venancio Blanco aus Salamanca. Vom 21.09. bis 27.09. konnten wir 14 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 16 sowie ihre zwei begleitenden Lehrkräfte für ihren ersten Austauschbesuch an unserer Schule begrüßen.
Das Besucherprogramm bestand dabei aus vielfältigen Aktivitäten: Einem Spanisch-Deutsch Crashkurs, zwei ganztätigen Ausflügen nach Hamburg und Westerland, sowie Workshop zu den Themen Vorbilder, Europa und dem UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer.
Das gemeinsame Lernen in Workshops, auf einer Führung zum Geschichtenberg in Itzehoe oder während einer gemeinsamen Sportstunde brachte die Teilnehmenden schnell einander näher, sodass der Abschied am frühen Samstagnachmittag allen sichtlich schwer viel.
Aber kein Grund zur Trauer: Die Schülerinnen und Schüler aus Spanien und Deutschland werden bis zum Wiedersehen Ende Februar 2026 weiterhin in Kontakt bleiben. Sie werden auf der eTwinning-Seite weiter an Projektaktivitäten arbeiten und so auch in den kommenden Monaten mit und voneinander lernen können. Die Zeit wird also wie im Fluge vergehen.
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Mit Erasmus im Land der Geysire und Vulkane

Erlebnisbericht von einem Erasmus-Kurs in Island
Eigentlich war ich gar nicht so motiviert, am Erasmus-Programm teilzunehmen. Als ich dann aber über den Themenkomplex „Positive Psychologie in der Schule“ stolperte und noch auf den Kursort Reykjavik stieß, war es um mich geschehen: Das wollte ich machen! Dort wollte ich hin!
Und schon war ich gezwungen, über mich hinaus zu wachsen: alleine fliegen, bei Nacht in einer fremden Hauptstadt das gebuchte Hotel finden (oh je!), gar keinen kennen und so auf andere zugehen müssen, und das alles mit meinem eingerosteten Englisch.
Da ich mich durch meine exzellente Ausbildung im Schulfach „Glück“ in vielerlei Hinsicht kompetent fühle, was die Positive Psychologie anbelangt, wählte ich innerhalb dieses Themenkomplexes ein Kursangebot, was mich von jeher lockt, in dem ich aber noch nicht so bewandert bin: „Achtsamkeit und Meditation“. Auf Englisch klingt es noch anziehender: „Mindfulness and Meditation“. Wow! Ich war gespannt auf den neuen theoretischen Input, auf neue Techniken und Übungen. Auch hoffte ich, persönlich davon zu profitieren und meine neuen Erfahrungen in die Schule bzw. den Unterricht integrieren zu können. Der letzte Aspekt ist wohl der schwierigste, da das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Achtsamkeitsübungen, und dies noch in der Schule, vielen Schülern und Lehrern noch völlig abwegig erscheint.

Nun bin ich ganz erfüllt aus Island zurückgekehrt (der Sprung ins kalte Wasser hat sich also gelohnt) und habe bewusst einige Erkenntnisse und Beobachtungen aus Reykjavik mit nach Hause gebracht. In Bezug auf den Aspekt „Achtsamkeit“ zwei ganz banale Weisheiten: Erstens: Ich bin die wichtigste Person in meinem Leben, du/ Sie übrigens die wichtigste in deinem/ Ihrem Leben. Dies impliziert keinen Egoismus, keine Ellenbogen anderen gegenüber, sondern vor allem, auf sich zu achten, auf sich selbst aufzupassen, und zwar sowohl auf seine körperliche als auch mentale Gesundheit. Zweitens: So wie wir auf unseren Körper achten, sollten wir auch unsere mentale Seite pflegen, stärken und trainieren. Da wir dies gern mal aus den Augen verlieren, ist es wichtig, dafür immer wieder ein Bewusstsein zu schaffen. In meinem Erasmus-Kurs konzentrierten wir uns dabei auf Geh-, Hör- und Beobachtungsmeditationen, Atemübungen und auf verschiedene Yogaformen. Besonders von dem Gestalten eines Mandalas aus Naturmaterialien und Phasen absoluter Stille war ich angetan. Das Stuhlyoga war für mich der Knaller! Alles Genannte haben wir in vielfältigen Übungen ausprobiert, mit Begeisterung und dem Gefühl der Entschleunigung. In die Schule, in den Unterricht kann man das alles in kurzen Phasen integrieren mit dem großen Effekt, wieder mehr Aufnahmekapazitäten und eine positive Bereitschaft für das Lernen zu reaktivieren. Wichtig ist dabei eine überzeugte Lehrerpersönlichkeit, die Achtsamkeit mit Begeisterung vorlebt, Zusammenhänge erklärt und auf die Ausführung – scheinbar unnützer Übungen – auch mal mit Strenge besteht, sodass Phasen der Achtsamkeit zu geschätzter, vielleicht liebgewonnener Praxis werden. Unsere isländischen Lehrerinnen Kristin und Berglind waren in dieser Hinsicht leuchtende Vorbilder. Sie verdeutlichten uns darüber hinaus immer wieder, wie viel nachhaltiger ein mit Bewegung gekoppeltes Lernen ist, das so oft wie möglich auch mal draußen stattfinden sollte.
Ein weiterer Fokus der Fortbildung lag auf dem isländischen Schulsystem und dem Besuch einer Vorzeigeschule. Das isländische Schulsystem enthält aus meiner Sicht wenig, was beispielgebend für deutsche Schulen sein könnte: Man lernt bis zum Alter von 15 Jahren zusammen, bleibt nicht sitzen und es gibt keine Noten. Vielmehr hat jede Schule ihre eigenen Bewertungszeichen, was zu Uneinheitlichkeit führt und teilweise für Verwirrung sorgt. Ab 16 Jahren geht man in ein College oder eine berufsbildende Schule. Insgesamt ist das Schulsystem sehr offen und man kann auch auf einem Umweg noch sein Abitur erreichen. Zwei Aspekte des isländischen Schulsystems halte ich dennoch für hervorheben – wenn nicht sogar nachahmenswert: Für Schüler ab dem 13. Lebensjahr gibt es während der Sommerferien die sogenannte Working school. Jedem daran interessierten Jugendlichen wird ein bezahlter Ferienjob für drei bis vier Wochen in den Sommerferien garantiert. Ein paar Stunden pro Tag pflegt man dann zum Beispiel mit anderen Teenagern Außenanlagen in der Nachbarschaft, verkauft Hotdogs, arbeitet im Schwimmbad und vieles andere mehr. Dieses Angebot wird gut angenommen mit den Ergebnissen, dass die Jugendlichen in den Ferien auch etwas Sinnvolles, etwas in einer Gemeinschaft machen und dass die Städte sehr gepflegt aussehen. Nebenbei verdient man noch ein paar Kronen, was im teuren!!! Island durchaus hilfreich ist.
Außerdem gibt es die Adult Education, was ein lebenslanges Lernen ermöglicht. Alle Angebote sind dabei kostenfrei. Lediglich für benötigtes Material muss ein erwachsener Fortbildungswilliger aufkommen.
Bei der besichtigten Muster-Schule handelte es sich um die Helgafellsscóli, die im Vergleich zu den traditionellen isländischen Schulen nach einem anderen Konzept arbeitet. Schon im Eingangsbereich empfingen uns groß geschrieben die drei Werte, die die Schulgemeinschaft in einem längeren Reflexionsprozess für sich erarbeitete: Mut, Zusammenarbeit und Respekt. Jeder wird somit am Morgen beim Betreten der Schule zum Leben der gemeinsamen Schultugenden ermutigt. Von diesen ausgehend wurde eine eigene Konzeption der Schule entwickelt. Unter ihrem Dach lernen Kinder vom Kindergartenalter bis zum Alter von 15 Jahren. Die Schüler arbeiten größtenteils selbstbestimmt an Projekten, die auf realen Problemen basieren sowie unter Anwendung und Aneignung von Wissen verschiedener Fächer gelöst werden. Beispiele dafür waren in der Vergangenheit, Möglichkeiten zu finden, Plastikmüll in den Ozeanen oder Essensreste in der Cafeteria zu reduzieren. Da sie dies in Gruppen tun, werden Teamgeist, Verantwortung für eigene und gemeinsame Arbeit, gegenseitiger Respekt sowie das Lernen voneinander sehr großgeschrieben. KI darf dabei verwendet werden, denn man möchte die Schüler auf das Leben mit all seinen Veränderungen vorbereiten und keine künstliche Lernatmosphäre schaffen. Zwei bis drei Lehrer begleiten eine Klasse während des Projektes, sodass Schüler regelmäßig die Möglichkeit haben, mit einem Lehrer, der vor allem als Coach agiert, über ihr Projekt zu sprechen. Zum Teil unterstützen auch Leute von außen – Experten, Unternehmer – diese Arbeit. Um ihr Projekt herum organisieren die Schüler selbst, wann sie Unterricht in Mathe, Isländisch, Englisch und anderen Fächern in Anspruch nehmen. Dies darf, je nach Können und Vorlieben, variiert werden. Neben Rückmeldungen durch die Lehrer geben drei national einheitliche Tests eine Rückmeldung zum Leistungsstand des Einzelnen bzw. der Schuljahrgänge, und dadurch zur Effektivität des Schulkonzeptes. Mehrere Projekte der Schule wurden bereits innerhalb Islands ausgezeichnet.
Zudem gibt es so genannte „Buddy classes“. Hier treffen ältere und jüngere Schüler zu gemeinsamen Aktivitäten, wie dem Planen und Durchführen einer Weihnachtsfeier, eines Basars oder Ähnlichem zusammen.
Das gemeinsame, selbstbestimmte Lernen an Projekten bedingt ein andersartiges Raumkonzept. Besonders auffallend waren große Klassenräume, in denen zum einen im Klassenverband gearbeitet werden kann und außerdem viel Platz für individuelles Platzieren ist. Gleichermaßen gibt es in den Räumen mit Glas abgetrennte Lernzonen und jeder Schüler hat ein Fach für seine Materialien. Es gibt Sitzsäcke, um es sich bequem zu machen beim Lernen. Die Lernumgebung ist also so gestaltet, dass sie zum Lernen und guten Ergebnissen einlädt. Sie ist so schön, dass man respektvoll mit ihr umgeht. Besonders angetan bin ich von der Regelung, dass jeder Schüler und Lehrer herumliegenden Müll aufhebt. Dabei ist es egal, dass man diesen nicht selbst hingeschmissen hat. Dadurch achtet jeder Einzelne selbst mehr darauf, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen und das Schulgelände ist innen und außen sehr sauber. Das würde ich mir auch für unsere Schule wünschen. Ich glaube, dies würde viel Aufklärungsarbeit und anhaltende Anstrengung vonseiten der Lehrer implizieren, eine Arbeit, die nach einiger Zeit aber auch über die Schule hinaus Früchte tragen würde.
Zur Innenausstattung der Schulen gehören auch Kochateliers, ein Schulgarten, der sich zum Teil innen und zum anderen Teil auf einer Dachterrasse befindet, Pausenkorridore mit Sofas, Bücherregale und Spiele. In einer solchen Schule hätte ich als Kind auch gerne gelernt!

Für mich persönlich war diese Erasmus-Fortbildung einerseits eine Herausforderung. Ich musste mich mal wieder aus meiner Komfortzone herausbewegen, indem ich mich auf neue Inhalte einließ, mich in einer fremden Hauptstadt zurechtfand und auf andere zuging. Andererseits ist es eine tolle Erfahrung, ein anderes Land etwas kennenzulernen (Geysire, dampfende Erde und 38 Grad warme Lagunen habe ich wirklich gesehen bzw. erlebt) sowie sich mit vielen Lehrern aus ganz Europa auszutauschen und so die Idee eines gemeinsamen Europas wirklich zu leben. Und so kann ich euch – liebe Lehrer und Schüler – nur ermutigen, auch mal am Erasmus-Programm teilzunehmen und dabei zu wachsen. Ich jedenfalls werde es wieder tun! – Pr
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Demokratie JETZT – Eine Erasmus-Lehrerfortbildung in Athen

Wenn wir uns in Deutschland, Europa und der Welt umschauen, ist schnell ersichtlich, dass es Demokratien zur Zeit schwer haben und autoritäre Regime ihren Einfluss mehren. Wie sicher ist unsere Demokratie in Deutschland und Europa noch? Eine Frage, die einen wesentlichen Teil des Geschichtsunterrichts, aber auch des alltäglichen Daseins mehr denn je prägt. Also war es für mich an der Zeit, sich mit Gleichgesinnten auf Spurensuche in der Wiege der Demokratie bis heute hin zu machen. Dafür suchte ich mir die Erasmus-Fortbildung in Athen aus, die sowohl einen Blick auf verschiedene Phasen der Geschichte des Landes als auch in die Gegenwart warf und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in den Blick nahm.
Mit sechs Teilnehmerinnen aus Deutschland und Österreich sowie unter der Leitung von Petra und Nano durchliefen wir vom 16. bis 20. Juni 2025 ein vielfältiges Programm an historischen und aktuellen Orten, setzten uns mit den Schwierigkeiten, den Wert von Demokratie an Kinder und Jugendliche zu vermitteln, auseinander und tauschten uns über unsere Erfahrungen aus – auch über das reguläre Programm hinaus bei gemeinsamen Abenden unter athenischen Himmel.

Los ging es mit dem Besuch der Pnyx, dem Versammlungsort der attischen Volksversammlung. Nano als studierte Fremdenführerin, die insbesondere mit Kinder- und Jugendgruppen arbeitet, führte uns in die Entstehung der Demokratie ein. Ein besonderer Moment war es, eine Tonscherbe zu suchen und zu finden, den Worten der damaligen, attischen Politikern zu lauschen, die Nano verlas, und sich vorzustellen, wie die Redner von der Rostra aus den mindestens 6000 versammelten Menschen ihre Vorschläge unterbreiteten. Über einen Schlagwort-Vergleich zur Demokratie damals und heute stellten wir uns auf eine Woche spannender Inhalte und Diskussionen ein. Dieser Auftakt wurde durch den Besuch des griechischen Parlaments im alten Königspalast, dem Tagungsort in Athen, untermauert. Auch wenn wir den Inhalt der Anhörungsstunde im Parlament nicht verstehen konnte, war das Vorgehen und Gebaren der anwesenden Politikern doch sehr interessant und führte zu vielen Fragen und Antworten zur aktuellen Parteien- und politischen Lage in Griechenland.
Am Dienstag begaben wir uns zur Polytechnischen Hochschule in Athen. Dort fand 1973 ein Aufstand von Studenten statt, die das Ende der Militärdiktatur forderten und dieses – je nachdem, wen man fragt – maßgeblich vorantrieben. Anders als vielleicht zu erwarten, ist dieser Tag aber kein Feiertag, sondern wird vor allem von linken politischen Kräften als Erinnerungstag zelebriert, an dem Teile der Bevölkerung demonstrieren und Nelken niederlegen. Sich damit zu beschäftigen, dass Menschen sich unter Einsatz ihres Lebens gegen ein Unrechtsregime stellten, war bedrückend. Für uns heute ist es kaum greifbar, was es heißt, in Unfreiheit zu leben. Umso wichtiger war es, unsere Emotionen zuzulassen und aufzufangen. Dies haben wir durch das Hören politischer Liedern und einem persönlichen Schreibgespräch verarbeitet. An diesem Tag wurde einmal mehr deutlich, wie sehr es in der Geschichte immer um die Deutungshoheit über bestimmte Ereignisse geht und wie wichtig Aufarbeitung ist.
Am Mittwoch machten wir uns auf dem Weg zu einer Grundschule. Obwohl die Ferien bereits in Athen begonnen hatten, empfing uns das Kollegium mit offenen Armen. Wir tauschten uns über demokratische Partizipationsmöglichkeiten in der Schule aus. Dabei ging es sowohl um die strukturelle Einbindung von Schülerinnen und Schülern, zum Beispiel im Klassenrat oder einer SV, über organisatorische Möglichkeiten der Klassenraumgestaltung bis hin zu methodischen Überlegungen und Öffnung des Unterrichts. Insgesamt entwickelte sich ein lebhafter Austausch über beide Schulsysteme und die Unterrichtspraxis. In vielen Punkten scheinen wir in Deutschland schon weiter zu sein. Dies mag mit der erschreckenden Erkenntnis zu tun haben, dass die Wahl des Studiums und des Berufes in Griechenland nicht immer freiwillig geschieht, sondern auf dem Punkteschnitt in der zentralen Abiturprüfung beruht, als auch mit der deutlich geringeren Bereitstellung finanzieller Mittel für die Ausstattung der Schulen und für die Lehrerfortbildung. Dennoch fehlte es den Lehrkräften nicht an Leidenschaft und Kreativität, das Beste für Ihre Schülerinnen und Schüler herauszuholen.
Donnerstag begann mit einem Kunst-Workshop: Malen ohne Vorgabe mit Acrylfarben in unserem Seminarraum. Die Herausforderung war enorm, der Spaß und die Unterschiedlichkeit der entstandenen Werke noch viel größer. Wir sind es gewohnt, immer genaue Vorgaben zu haben, einen Plan zu erfüllen oder ein Lernziel zu erreichen. Aber was, wenn es das nicht gibt? Kreativität als Problemlösestrategie, die uns alle gleich macht. Dies war eine schöne Erfahrung.

Danach ging es nach Exarchia, einem Stadtteil, der stark studentisch und autonom geprägt ist und auch Ausgangspunkt vieler regierungskritischer Demonstrationen war und ist. Das Stadtbild wird hier durch viele kleinere Straßen, alternative Bars und Cafés sowie Szenetreffs geprägt. Besonders prägnant ist die überall präsente Graffiti-Kunst – von Wände füllenden Kunstwerken über Parolen bis hin zu kleinen Tags. Unser Auftrag war es, eine Präsentation über die Graffiti zu erstellen, so dass wir uns auf unterschiedlichste Weise mit der politischen und künstlerischen Dimension von Graffiti und Partizipation kritisch auseinandersetzen konnten.
Mit Freitag stand uns ein Tag zur freien Ausgestaltung zur Verfügung. Aber wie eine Entscheidung treffen? Selbst zu sechst ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Es war spannend, die Gruppenprozesse und Entscheidungsfindung, die wir oftmals als selbstverständlich bei unseren Schülerinnen und Schülern voraussetzen, einmal wieder selbst durchspielen zu müssen und auch noch wieder einige neue Erkenntnisse zu erlangen. Und so ging es dann am Freitag früh noch einmal ins antike Zentrum auf die Agora, quasi dorthin wo in der Antike, aber auch für uns vor fünf Tagen alles begann. Da wir -wie meist- jeden Programmpunkt auskosteten, strichen wir das im Anschluss geplante Museum und bereiteten uns auf die Abschlussreflektion am Nachmittag vor. Diese ließ uns die vergangene Woche noch einmal in Form einer Zugreise durchleben, um anschließend die Wochentag-Waggons mit allen möglichen eigenen Produkten der Woche, Kommentaren in Wort und Bild oder Accessoires zu füllen. Ein aktivierende und kommunikative Methode, die verschiedensten Aktivitäten und Ereignisse der Woche noch einmal Revue passieren zu lassen. Danach machten wir uns auf dem Weg ins Plaka-Viertel, wo wir uns am Sonntag zuvor alle das erste Mal auf Einladung Petras hin beim gemeinsamen Essen kennengelernt hatten und nun unseren Abschluss nahmen.
Eine Woche voller Herzlichkeit, spannender Gespräche, Nachdenklichkeit und einem Potpourri an Inhalten, Methoden und Aktivitäten lag hinter uns. Diese Erasmus-Fortbildung war eine prägende und lohnende Erfahrung. Der gemeinsame Austausch mit den Teilnehmerinnen aus Deutschland, Österreich und Griechenland und die Debatten zu Partizipation und Demokratielernen mit Blick auf unsere tägliche Arbeit in Schule bereicherten die Fortbildung ungemein und entließ mich gestärkt mit dem Gefühl, das richtige zu tun und nicht allein dazustehen. Es ermutigte und bestärkte mich in meinem Tun, jungen Menschen Teilhabe zu ermöglichen und als Vorbild zu agieren – im ganz kleinen Mikrokosmus unseres Alltags wie auch im europäischen Miteinander. Denn: Nur gemeinsam sind wir stark, stark für die Demokratie! – Fa
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Job Shadowing in Salamanca, Spanien

ERASMUS: Erinnerungskultur in Salamanca
Im Rahmen des Erasmus-Programms hatte ich die Möglichkeit, eine Woche lang an einer spanischen Schule in Salamanca zu hospitieren. Mein thematischer Schwerpunkt lag dabei in der spanischen Erinnerungskultur.
Das Collegio Venancio-Blanco ist am ehesten mit einer deutschen Berufsschule zu vergleichen. Die Schule ist mit 1200 Schülerinnen und Schülern und über 100 Lehrkräften deutlich größer als das SSG und liegt in einem eher sozial schwachen Vorort Salamancas, die Schülerinnen und Schüler kommen aber aus dem gesamten Stadtgebiet.

Salamanca selbst ist eine altehrwürdige Universitätsstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, die Altstadt ist zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Dominiert wird die Stadtsilhouette von einem prächtigen Kathedralbau aus der Gotik. Die Universität ist eine der ältesten Europas.
Vormittags habe ich bei unterschiedlichen Lehrkräften im Unterricht hospitiert, vornehmlich in Kunstgeschichte, Literatur und vor allem in Geschichte. In einigen Stunden war die Unterrichtssprache Englisch, in den meisten aber Spanisch – so war es ein großer Vorteil, dass ich wenigstens ein bisschen Spanisch kann und so immerhin erahnen konnte, worum es ging. Nachmittags gab es verschiedene Termine: einen von einem Universitätsprofessor geführten Rundgang durch Salamanca mit dem Schwerpunkt der Franco-Diktatur, einen Besuch in einem städtischen Archiv und eine Exkursion zu der ehemaligen Grabstätte Francos.
Wie ist es nun um die kritische Auseinandersetzung mit der Franco-Dikatatur in Spanien bestellt? Die Antwort fällt aus deutscher Perspektive doch recht ernüchternd aus.
Fangen wir mit dem Unterricht an. In der Oberstufe im Geschichtsunterricht wird die Franco-Diktatur nach Auskunft der Kolleginnen drei bis fünf Wochen lang behandelt, variierend je nach Lehrkraft. In dem aktuellen Oberstufenbuch für Geschichte umfasst die Franco-Zeit – die immerhin fast vier Jahrzehnte anhielt – lediglich 16 Seiten. Wenn Lehrkräfte die Franco-Diktatur in einem positiven Licht erscheinen lassen – was durchaus vorkommt – , drohen Ihnen keinerlei Sanktionen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem Umgang mit den baulichen Hinterlassenschaften der Franco-Diktatur in Salamanca. Die Stadt war während des Spanischen Bürgerkriegs zeitweilig Sitz von General Franco; von hier aus befehligte er seine Truppen. An dem Haus, in dem Franco residierte, hängt bis heute eine steinerne Tafel, auf der steht: „Aqui vivio y dirigio nuestra cruzada nacional el caudillo Franco.“ Die Tafel wurde bis heute weder entfernt noch kritisch kommentiert.
Ein weiteres Beispiel: Der zentrale Platz Salamancas ist wie in so vielen spanischen Städten eine überaus prächtig Plaza Mayor. An den Gebäuden ringsum gibt es einen durchgängigen Fries, in dem in Medaillons die Heldengestalten der spanischen Geschichte abgebildet sind. Bis vor kurzem dabei: Franco. Erst 2019 wurde sein Konterfei entfernt, der Platz ist jetzt leer. Eine Kommentierung gibt es auch hier nicht; dem Fremden erschließt sich der leere Platz nicht. Insgesamt wurden in Salamanca nur wenige Hinterlassenschaften der Franco-Diktatur entfernt (obwohl ein Gesetz dies eigentlich verlangt!), selten werden sie kommentiert, meistens hängen sie noch wie selbstverständlich da.
In Salamanca gibt es wie in vielen anderen spanischen Städten ein Archiv, in denen Akten aus der Franco-Diktatur aufbewahrt werden. Opfer können sich hier über ihre Leidensgeschichte oder die ihrer Verwandten informieren. Aber auch bei diesem Thema ein zwiespältiges Bild: während die Opfer eine Entschädigung bekommen können, haben die Täter eine generelle Amnestie erhalten. Es ist also nicht mehr möglich, ihrer gerichtlich habhaft zu werden.

Ein letztes, besonders krasses Beispiel ist das Valle de los Caidos. Dieser überaus gruselige Ort befindet sich in den im Winter verschneiten Bergen, ungefähr auf halber Höhe zwischen Madrid und Salamanca. Errichtet wurde dieser „Helden-Gedenkort“ für die Gefallenen des spanischen Bürgerkriegs schon während der Franco-Diktatur. Zwangsarbeiter wühlten eine gigantische unterirdische Höhlenkirche in einen Berg, zugänglich von zwei Seiten, gerahmt von typisch faschistischer Monumental-Architektur mit christlichen Elementen wie einem riesigen Kreuz. Nach seinem Tod wurde Franco hier ebenfalls bestattet, in den Jahrzehnten danach war es eine Pilgerstätte für Franco-Fans. Erst 2019 wurde dem Spuk ein Ende bereitet und Franco auf einen Madrider Friedhof umgebettet. Doch was nun? Die Opfer der Diktatur hätten gern einen Gedenkort gehabt, dafür gab es jedoch keine Mehrheiten. Und weil man sich letztlich nicht einigen konnte, hat man das Valle de los Caidos offiziell zum „unpolitischen Ort“ erklärt, politische Kundgebungen welcher Richtung auch immer sind nun nicht mehr statthaft. Aber was machen jetzt die heimatlosen Franco-Fans? Sie feiern einfach einen Gottesdienst! Denn in der unterirdischen Kirche werden nach wie vor regelmäßig Gottesdienste abgehalten. Ich fragte meine spanischen Kollegen: in jedem spanischen Dorf gibt es eine Kirche, warum fährt man also ausgerechnet weit draußen an diesen kalten, seltsamen Ort und betet in einer gruseligen Höhlenkirche? Nun, die Antwort war eindeutig: es sind als Gottesdienste getarnte Huldigungen Francos. Hinterher kann man dann nebenan in einem edlen Restaurant gepflegt speisen und über die gute alte Zeit sinnieren. Einen Shop mit Devotionalien gibt es natürlich auch noch. Irgendeinen Hinweis auf die Geschichte des Ortes geschweige denn ein Museum sucht der Besucher hingegen vergeblich.
Bedenken muss man bei alledem, dass die Franco-Diktatur nicht wie die NS-Zeit in Deutschland schon acht Jahrzehnte, sondern erst fünfzig Jahre her ist. Es gibt also noch viele unmittelbar Involvierte. Vielleicht ist die Situation wie im Deutschland der 50er oder 60er Jahre: weil es keinen gesellschaftlichen Konsens gibt, schweigt man lieber und versucht das Thema zu vermeiden. Und unumstritten ist die deutsche Erinnerungskultur in Deutschland ja auch nicht mehr: für die AfD ist die NS-Zeit lediglich ein „Fliegenschiss“ (A. Gauland) und das Holocaust-Mahnmal ein „Denkmal der Schande“ (B. Höcke).


















