SuS vom SSG zeigen Ralf Stegner den GeSCHICHTENberg

„Sich mit der Geschichte auseinander zu setzen, heißt ja auch, sich dem zu stellen, wo und wie Geschichte gewesen ist“, sagt der Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner beim Besuch des Geschichtenbergs, einem historischen Lern- und Gedenkort in Itzehoe. Die Nationalsozialisten errichteten über einer bronzezeitlichen Grabanlage eine „Weihehalle“, der sie den Namen „Germanengrab“ gaben. Im Mittelalter fanden hier vermutlich Hinrichtungen statt, deswegen hieß der Ort auch lange „Galgenberg“.

Dass die Bezeichnung „Germanengrab“ aber historisch falsch ist und der nationalsozialistischen Rassenideologie diente, erfährt Stegner bei seinem Besuch durch eine Führung von Schülern aus dem Geschichtsprofil des Sophie-Scholl-Gymnasiums. Der Schüler Timon Eisenkrätzer erläutert anhand eines Schulwandbildes des NS-Malers Wilhelm Petersen, wie diese Propaganda funktionierte: „Petersens Zeichnungen sollten der Volkserziehung dienen und Bilder von ordentlichen, starken Germanen zeigen.“ Julius Müller stellt ein gigantisches Wandgemälde von dem selben Maler „mit großen, blonden, blauäugigen Germanen“ vor, das an den Wänden des Kuppelbaus angebracht werden sollte und ebenfalls der Propaganda gedient hätte. Es wurde nie verwirklicht, aber bis in die 80er Jahre gab es Bemühungen, das Gemälde doch noch fertig stellen zu lassen.

Dass der Ort heute vor allem ein Lern- und Gedenkort ist, zeigt Schülerin Sophie Grote anhand von Schülerarbeiten. In zahlreichen Schulprojekten haben sich Lerngruppen schon mit dem Ort auseinandergesetzt und zum Beispiel ein interaktives Geschichtsquiz entwickelt.

Ralf Stegner ist begeistert von der Führung durch die Schüler und lobt das Potenzial des Ortes: „Es ist ein Ort, den man nicht einfach sich selbst überlassen darf.“ Gerade weil die Aufarbeitung der Geschichte dieses Ortes lange zu zögerlich stattgefunden habe, freue er sich über die Initiative, diesen Ort zum Lern- und Gedenkort umzugestalten. Er werde dabei auch in Zukunft mit Rat und Tat mithelfen, versichert der Bundestagsabgeordnete zum Schluss seines Besuches.

– Js