„Philosophieren beginnt mit dem Staunen.“ (Platon)

2. Warum philosophieren?

Als denkendes Wesen befindet sich der Mensch stets in einer Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt. Dabei unterliegt diese Auseinandersetzung vielen Einflüssen, welche den Menschen im Laufe seines Lebens prägen. Normen und verfestigte Denkstrukturen sind im Kindesalter weniger stark ausgeprägt. Gerade hier liegt die Stärke des Philosophierens mit Kindern. Den Schüler/innen wird die Möglichkeit geboten Dinge zu hinterfragen und eigene Ideen durchzuspielen. Durch das Thematisieren von Inhalten, welche viele Berührungspunkte zur Lebenswelt der Kinder aufweisen, wird das Fragen nach dem „Warum“ angeregt. Philosophieunterricht fordert dazu auf, Gedanken und Ideen möglichst weit zu denken und die Folgen dieses Denkens zu erfassen. Die Lehrperson hilft den Schüler/innen ihre Gedanken darlegen, verteidigen und überdenken zu können. Zentrale Aufgabe des Philosophieunterrichts ist das Schaffen einer Nachdenklichkeit. Da sowohl die Welt als auch der Mensch sich in einem stetigen Wandel befinden, gilt es sich mit vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Themen zu befassen

2. Worüber philosophieren?

Die vier Fragen Immanuel Kants ordnen die Themenbereiche des Unterrichts:

  • Was kann ich wissen?
    Im Philosophieunterricht untersuchen wir, wie und unter welchen Bedingungen wir die Welt erkennen. Wir fragen nach den Grenzen, aber auch den Leistungen unserer Sinne. Wir prüfen, was als Wissen gelten kann und woher wir es bekommen.
  • Was soll ich tun?
    Im Philosophieunterricht untersuchen wir, wie der Mensch sein Leben mit sich, mit anderen und der Natur regelt. Wir diskutieren, was gut und gerecht ist, ob und wie Freiheit möglich ist und entwickeln eigene Ideen für einen Umgang miteinander.
  • Was darf ich hoffen?
    Im Philosophieunterricht untersuchen wir die grundlegenden Lebensentwürfe, die das menschliche Denken und Handeln prägen. Solche Lebensentwürfe finden sich in Religionen, politischen Ideen, Vorstellungen von Gott und Tod. Wir vergleichen diese Lebensentwürfe miteinander und hinterfragen ihre Bedeutung für das Leben des Einzelnen.
  • Was ist der Mensch?
    Im Philosophieunterricht untersuchen wir das Verständnis, das der Mensch von sich hat. Dazu hinterfragen wir sein Handeln und seine Lebensweise und inwiefern das mit seinem Bild von sich zusammenpasst.

3. Wie philosophieren?

Da Philosophie durch das Denken bestimmt ist, hat sie mit allen Fächern etwas zu tun. Die Religion findet Sinn durch den Glauben, die Philosophie durch die Vernunft.
Lehrer und Schüler bilden eine Untersuchungsgemeinschaft, Fragen machen die Gemeinschaft aus.
Arbeitsformen sind Rollenspiele, Experimente, Gedankenspiele und bildliches Darstellen von Schülererfahrungen. Sie helfen die abstrakten Gedanken zu begreifen. Bilder, Zeichnungen, Erzählungen, Kinderbücher, Märchen und Mythen stehen neben Texten der Philosophie.